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Auslastungsanzeige für Bahn-Sitzplätze in Altmark noch nicht geplant

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Von: Stefan Hartmann

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Echtzeit-Auslastungsanzeige bei der S-Bahn Hamburg
Bis die Echtzeit-Auslastungsanzeige, wie sie in Hamburg und Stuttgart schon teilweise erlebt werden kann, auch in der Altmark Einzug hält, wird es wohl noch dauern. © Marcus Brandt

Einen Sitzplatz zu finden soll beim Fahren mit der Regionalbahn künftig komfortabler werden. Anzeigen am Zug weisen auf freie Plätze hin. In der Altmark wird darauf noch gewartet werden müssen. Die Technik fehlt noch.

Stendal – In Zukunft soll es leichter sein, in der Regionalbahn einen Sitzplatz zu finden – verspricht zumindest die Deutsche Bahn mit der Einführung ihres Echtzeit-Auslastungssystems. Damit soll sowohl am Bahnsteig, dem Zug selbst aber auch über die App erkennbar sein, wo es sich lohnt einzusteigen und welche Abteile bereits gut gefüllt sind. Das Pilotprojekt startet in Hamburger und Stuttgarter S-Bahnen, ausrollen soll es bis Ende 2024 in ganz Deutschland, aber nicht überall.

Wann es in der Altmark soweit sein soll, ist noch unklar. „S-Bahnen eignen sich als relativ geschlossene Systeme mit überschaubarer Größe ideal für solche Pilotversuche“, erklärt eine Bahnsprecherin auf AZ-Nachfrage. „Für den Landkreis Stendal und Altmarkkreis Salzwedel gibt es noch keine Planung“, fügt sie hinzu. Das System soll Schritt für Schritt und Netz für Netz sukzessive implementiert werden. Dabei spielten auch regionale Gegebenheiten wie Fahrzeugmodelle, Anzeigetafeln, Auslastungserfassungssystem und die dazugehörige Informationstechnologie eine Rolle. Um die Auslastungsanzeige zu ermöglichen, werde ein komplexes System notwendig, für das viele Komponenten ineinandergreifen müssen. „In manchen Regionen müssen die Fahrzeuge und Anzeigetafeln erst technisch umgerüstet werden. Das geht nur sukzessive“, erläutert die Bahnsprecherin, wieso einige Regionen deutlich später von der Technik profitieren können als andere.

Nach den Pilotprojekten in Hamburg und Stuttgart folgt im Februar der Start des Systems zwischen Hamburg und Lübeck. Im April werden die S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet aufgerüstet und im Mai Teile der Berliner S-Bahn. Bis Ende 2024 ist geplant, mehr als 1500 Wagen von DB Regio, und damit ungefähr ein Viertel aller DB-Züge im Regionalverkehr, zur Anzeige der Auslastung zu befähigen.

Die Auslastungsanzeige am Bahnsteig erfolgt in dreistufiger Ampellogik oder mittels Personen-Piktogrammen für den jeweiligen Wagen, heißt es zur Erklärung in einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn. So sollen Reisende gezielt in wenig besetzte Wagen einsteigen und Züge damit pünktlicher abfahren können.

Verzögerungen beim Ein- und Aussteigen seien der Hauptgrund für Haltezeitüberschreitungen und damit Verspätungen. Als weiterer Bonus für Reisende könne bereits beim Buchen in der App gesehen werden, welche Züge besonders voll sind. Das helfe den Reisenden, eine weniger ausgelastete Verbindung zu wählen.

Gemessen wird die Zahl der Fahrgäste abhängig vom jeweiligen Fahrzeugtyp auf unterschiedliche Weisen. Eingesetzt werden beispielsweise Zähler im Türbereich oder Lichtsensoren, die die Auslastung in den Wagen scannen. Die Daten werden dann ausgewertet und als Auslastungsinformation an Reisende weitergegeben.

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