„Ausfall von Mitarbeitern aus Krankheitsgründen“

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In der Stendaler Kfz-Zulassungsstelle ist derzeit Geduld gefragt.

Die Sätze auf der Wartemarke der Zulassungsstelle des Stendaler Straßenverkehrsamtes von Hannelore Buge sagen schon alles: „Wir bitten um Geduld bis ihre Nummer 80 in der Anzeige erscheint. Danke! Es warten zur Zeit 41 Personen.“

Die Anliegen dieser 41 Personen werden an vier Service-Schaltern abgearbeitet. Das dauert im Falle von Hannelore Buge rund 70 Minuten. Eigentlich stehen 13 Service-Schalter in der Zulassungsstelle zur Verfügung, doch seit einiger Zeit sind nur wenige besetzt. Die Gründe dafür sind vielfältig, das Verständnis der Wartenden mehr als gering. „Ich bin echt stinksauer. Ich habe eine pflegebedürftige Person im Haushalt und kann mich nicht um sie kümmern“, äußerte sich Hannelore Buge verärgert. „Wir sind alle sauer“, wirft eine andere Wartende ein. „Man hat hier auch keinen Ansprechpartner, den man über die Probleme hier informieren kann. Man weiß nicht, an wen man sich wenden soll und warum so wenige Schalter besetzt sind.“ Stefan Rzyski spricht aus, was viele andere Wartende denken. Denn kein Schild weist darauf hin, warum nur vier Schalter der Zulassungsstelle besetzt sind und dadurch höhere Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen. Interne Quellen aus dem Straßenverkehrsamt liefern unterdessen eine Erklärung für die geringe Schalter-Besetzung. So sei ein Schalter nicht besetzt, da der Angestellte in die Rente eingetreten ist. Ein weiterer Angestellte habe sich auf eigenen Wunsch ins Bauamt versetzen lassen, zwei Angestellte vom Schalterpersonal seien auf Weiterbildungsveranstaltungen und ein Angestellter wegen Krankheit ausgefallen. Landrat Jörg Hellmuth (CDU) wollte diese Details auf Nachfrage der Altmark-Zeitung nicht bestätigen. „Zum Stellenbesetzungsverfahren des Landkreises werden extern grundsätzlich keine Auskünfte erteilt“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.Die längeren Wartezeiten am Montag begründeten sich durch den „Ausfall von Mitarbeitern aus Krankheitsgründen“. Außenstellen, die zur Minderung des Kundenaufkommens in der Zulassungsstelle führen würden, werde der Landkreis nicht einrichten. Durch personelle und organisatorische Maßnahmen werden grundsätzlich Arbeitsabläufe so abgestimmt, dass hohe Wartezeiten vermieden werden, heißt es weiter in der Stellungnahme In einem kurzem Gespräch erklärte Hellmuth auf Nachfrage der Altmark-Zeitung, dass in den letzten Jahren in allen Bereichen Einsparungen vorgenommen wurden, auch im personellen Bereich. Die Besetzung der Zulassungsstelle sei nun auf einem landesüblichen Level. Eine schon beschlossene Nachbesetzung einer frei gewordenen Stelle sei zudem aus Krankheitsgründen nicht erfolgt. Allerdings wisse er nur von einer Person, die sich zur Zeit auf einer Weiterbildungsveranstaltung befinde. Diese sei jedoch nur an einigen Tagen abwesend, da es sich bei der Weiterbildungsveranstaltung ähnlich wie bei einem Fernstudium verhalte. Eine personelle Aufstockung bei den Service-Schaltern im Stendaler Straßenverkehrsamt wird es also vorerst nicht geben. So bleibt den Kunden dort sprichwörtlich nur abzuwarten.

Von Oliver Nowak

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