Kosten bremsen Befürworter einer Erweiterung aus / Kiosk rückt wieder in Fokus

Ausbau des Stendaler Tiergartens vorerst vom Tisch

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Das potenzielle Ausbaugebiet südlich des Zoos.

Stendal – Eine Erweiterung des Tiergartens in Stendal wird es schwer haben, in nächster Zeit jedenfalls. Das müssen sogar jene zugeben, die dem Vorhaben wohlwollend gegenüberstehen.

Dass ein Ausbau zwangsläufig die Stadtkasse belastet, hat Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) mit Blick in eine brandaktuelle Machbarkeitsstudie noch einmal deutlich gemacht.

Eine erste Variante kostete mindestens 900.000 Euro, eine zurückhaltende zweite immerhin noch knapp 600.000 Euro. Der Unterhalt des Zoos stiege um jährlich 200.000 Euro beziehungsweise 100.000 Euro.

Dr. Herbert Wollmann, der die Initiative des Tiergarten-Fördervereins mit in den Stadtrat getragen hat, zeigt sich von den prognostizierten Kosten beeindruckt. Eine „große Lösung“ sehe übrigens auch der Verein für ziemlich unrealistisch an. SPD-Mann Wollmann lenkt den Fokus nun lieber auf den Tiergarten-Kiosk, der noch immer nicht ersetzt worden sei. Und vielleicht könne in den nächsten Jahren ja das eine oder andere Kleine mehr saniert werden, auch der Tierbestand ließe sich womöglich auffrischen, ein, zwei Arten dazu gewinnen. Der Tiergarten ist eine der wichtigsten Freizeitstätten der Stadt.

Ähnlich äußerte sich an diesem Abend auch Katrin Kunert (Linke). Der Schwerpunkt sollte auf den Kiosk gelegt werden. Wobei das große Ganze, die weitere Entwicklung des Tiergartens, unbedingt weiter auf die politische Tagesordnung gehöre, eine Aufgabe für den neuen Stadtrat sei. Parteifreundin Helga Zimmermann erinnerte daran, dass mindestens seit 2016 über einen neuen Kiosk gesprochen werde, ein Betrag im Haushalt eingestellt sei, wenn auch mit Sperrvermerk. Passiert sei bislang leider nichts. „Die Versorgung der Besucher ist nicht gesichert“, meint sie.

Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) zeigte sich für die Argumente offen, bleibt aber bei seiner Überzeugung. Ein neuer Kiosk steht für ihn nicht ganz oben auf der Liste. Priorität hätten andere Vorhaben, nicht zuletzt der Grundschul-Neubau, eine Kindertagesstätte in Uenglingen sowie der neue Bauhof. In der April-Sitzung des Stadtrates hatte Schmotz den Kiosk als „gastronomisches Kleinod“ bezeichnet, das wichtig sei, aber eben noch warten müsse. Der Förderverein war Monate zuvor in die Offensive gegangen und kritisierte Politik und Verwaltung der Hansestadt scharf.  tz

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