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Früherer Husarenstall: Feuerwehrplan in Stendal zündet nicht

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Von: Marco Hertzfeld

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Den früheren Husarenstall in Stendal umgibt ein Bauzaun.
Im Wesentlichen ist vom lang gezogenen Komplex der sogenannte Kopfbau geblieben. Das stadtgeschichtlich durchaus wichtige Gebäude soll saniert werden. Angebunden wird eine Fahrzeughalle, so ist es zumindest geplant. © Marco Hertzfeld

Für den Aus- und Umbau eines früheren Husarenstalls fehlt der Stadt Stendal das Geld. Das Ziel aber bleibt: Die Feuerwehr soll durch dieses Gebäude mehr Platz bekommen.

Stendal – Der Um- und Ausbau des früheren Husarenstalls gleich neben der modernen Feuerwache von Stendal dürfte länger auf Eis liegen als gedacht. Wichtige Planungsaufträge haben es im Sommer nicht durch den zuständigen Ausschuss des Stadtrates geschafft. Und vielleicht noch entscheidender: Ein Landesförderprogramm, das bei der Finanzierung einer Fahrzeughalle helfen sollte, ist zwischenzeitlich eingestellt worden. Das gesamte Vorhaben auf dem einstigen Kasernengelände ist mit 3,37 Millionen Euro veranschlagt. Fragezeichen gibt es momentan offenbar einige. „Nach Planung der Verwaltung sollte die Genehmigungsplanung bis Ende 2022 erstellt sein. Das wird nicht mehr zu halten sein“, redet André Projahn für das Rathaus erst gar nicht um den heißen Brei herum.

Politik verweigert grünes Licht

Teile des lang gezogenen Komplexes sind im Jahre 2020 abgerissen worden. Für die Sanierung des historischen Kopfbaus sind etwas mehr als 1,4 Millionen Euro aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ bewilligt, einschließlich Eigenanteil der Kommune. Eine Kleiderkammer, ein Quartier für die Jugendwehr, ein Büro für den Leiter der Wasserwehr sowie Technik- und Sanitärräume entstehen. Angebunden an dieses Gebäude soll eine Geräte- und Fahrzeughalle mit sieben Stellplätzen und überdachtem Trainings- und Übungsbereich sein. Der besagte Fördertopf soll auch bei den Außenanlagen helfen, 720.000 Euro hat Stendal dafür beantragt. „Die Aussicht auf eine Bewilligung ist positiv“, teilt Projahn auf AZ-Nachfrage weiter mit. Finanziell ziemlich unklar bleibt eben die Fahrzeughalle.

3,37 Millionen insgesamt nötig

Der Wirtschaftsförderungs-, Vergabe- und Liegenschaftsausschuss hat Vorlagen, die Aufträge für Planungsleistungen vorsahen, abgelehnt. Passiert sei dies im Juli unter Verweis auf einen noch nicht rechtskräftigen Haushalt 2022, die nicht abgesicherte vollumfängliche Finanzierung des Projektes und eine ausstehende Entscheidung zur Prioritätenliste der Stadt. Weitere Zeit dürfte vergehen, und mehr. Projahn in dieser Woche: „Fraglich ist, ob die per Wettbewerbsverfahren ermittelten Planungsbüros einer weiteren Bindefristverlängerung nochmals zustimmen werden. Im Zweifelsfall wird das Verfahren zu wiederholen sein und in Folge sich das Vorhaben erheblich verzögern.“ Momentan ist das Objekt mit Bauzäunen versperrt und dient offenbar als grobes Lager.

Fahrzeughalle bleibt ein Ziel

Einen Steinwurf weiter gleich hinter der Feuerwache steht das offensichtlich letzte unangefasste Kasernengebäude an der Von-Schill-Straße. Nach einigem Hin und Her und neuen Plänen will ein Investor in dem Bereich ein Wohn- und Gewerbegebäude errichten. Mit dem Thema befassen sich Politik und Verwaltung die nächste Zeit noch einmal verstärkt (die AZ berichtete). Einen großen Teil des einstigen Kasernengeländes nimmt das Justizzentrum Albrecht der Bär an der Scharnhorststraße ein.

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