Kosten könnten noch steigen

Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Stendal wächst: Proteste bleiben ohne Wirkung

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Auf dem ehemaligen Grenztruppengelände an der Gardelegener Straße wird derzeit einGebäude entkernt. Hier entsteht eine der beiden Unterbringungen für Flüchtlinge.

Stendal – In den vergangenen Monaten hat die Landesaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge, die derzeit an der Gardelegener Straße entsteht, immer wieder für Wirbel gesorgt. Zuletzt hatte eine selbsternannte Bürgerbewegung gegen das Vorhaben protestiert – ohne Erfolg.

Der Bau schreitet weiter voran. Doch mit Blick auf die ehemalige Grenztruppenkaserne wird dem Beobachter schnell klar, dass auf dem Gelände noch einiges zu tun ist, bis dort im Juli 2022 die ersten Bewohner einziehen.

Derzeit wird das erste von zwei Unterkunftsgebäuden eingerüstet und entkernt, die Fenster sind bereits ausgebaut. Viele Arbeiten laufen im Verborgenen und sind für Außenstehende nicht sichtbar, ist von Andreas Hein, Pressesprecher des Finanzministeriums, zu erfahren, darunter die Planungen für die Aufnahmestelle selbst. Der millionenschwere Umbau der einstigen Militäranlage gehe wie geplant voran.

Eine Durchfahrt von der Seite des Zollamtes ist nicht mehr möglich, ein Blick aber schon.

Seit die AZ im September 2015 berichtet hat, dass auf dem früheren Grenztruppengelände ein Flüchtlingsheim gebaut werden soll, sind dort schon vier Gebäude sowie ein Funkmast dem Erdboden gleichgemacht worden. Fünf Häuser sind stehen geblieben, die bis zur Inbetriebnahme in knapp drei Jahren noch ausgebaut werden müssen: In einem sind künftig Wachschutz und Polizei stationiert, zwei Gebäude sind für die Unterbringung der Geflüchteten gedacht, davon verfügt eines über einen medizinischen Bereich sowie einen Bürotrakt. Hinzu kommt das künftige Wirtschaftsgebäude mit Speisesaal sowie jenes für die Aufnahme und Rückführung der Asylsuchenden. Auch die Außenanlagen müssen noch ausgebaut werden, weiß der Sprecher. Außerdem steht der Neubau einer Trafostation sowie eines Heizhauses auf dem Plan.

„Derzeit erfolgen die Ausschreibungen für den Ausbau der beiden Unterkunftsgebäude“, teilt Hein mit. Weil diese Phase noch nicht abgeschlossen ist, ist derzeit noch nicht klar, ob sich die Gesamtkosten noch erhöhen. Unwahrscheinlich wäre es nicht, wenn die Preise, der guten konjunkturellen Lage in der Bauwirtschaft angepasst, noch steigen würden, das weiß auch Hein. Bislang gelten aber die veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von 29,85 Millionen Euro.

Die Stendaler Aufnahmeeinrichtung wird künftig, neben der in Halberstadt, die zweite ihrer Art in Sachsen-Anhalt sein. Bis zu 1000 Menschen könnten dort untergebracht werden. Die Immobilie in der Gardelegener Straße befindet sich im Besitz des Bundes.

Er überlässt sie dem Land Sachsen-Anhalt, solange, wie sie als Flüchtlingseinrichtung genutzt wird. Für den Umbau bezahlt der Bund mehr als 21 Millionen Euro. Er fordert jedoch eine Auslastung der Einrichtung von 30 Prozent. Anfang März diesen Jahres war der offizielle Baubeginn für den Umbau der Anlage zur Landesaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Stendal gestartet.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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