Die Stadt im Ohr

Audio-Guide soll Reisenden ersten Überblick über Stendal geben

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Matthias Neumann vom Veranstaltungsmanagement hält die Audio-Guides für sinnvoll. Die richten sich nicht nur an Besucher, sondern auch an Einheimische, die Stendal auf eine andere Weise kennenlernen möchten.

Stendal – In der Rolandstadt gibt es jetzt etwas auf die Ohren. Per Audio-Guide erfahren Touristen und interessierte Stendaler neuerdings Besonderheiten, Anekdoten und Geschichtliches rund um den historischen Stadtkern von Stendal.

3500 Euro hat die Stadt in die Anschaffung von acht Geräten gesteckt. Für Matthias Neumann vom Veranstaltungsmanagement der Hansestadt eine sinnvolle Investition.

„Wir erkennen, dass viele Reisende wie Ehepaare und Familien zu uns kommen, die Stendal häufig innerhalb eines Tages kennenlernen möchten“, erzählt er im AZ-Gespräch. Doch die Gruppen sind klein und Stadtführer oft nicht so spontan zu bekommen. Und so machte sich die Stadtverwaltung im Internet schlau, welche Modelle sich bereits in anderen Städten etabliert haben. Der Audio-Guide kam wie gerufen.

Die Handhabung ist leicht, eine Bedienungsanleitung mitsamt Legende der Stendaler Innenstadt gibt’s zur Leihgebühr von fünf Euro dazu. Zwölf Stationen gilt es zu entdecken, darunter das Rathaus mit seiner ältesten profanen Schnitzwand Deutschlands, das Theater der Altmark sowie das sagenumwobene Uenglinger Tor.

Der Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Stadtführung ist laut Neumann, dass die Nutzer des Audio-Guides ungebunden sind. „Sie können zwischendurch mal eine Tasse Café trinken, eine Station auslassen oder einfach bei der Nummer zwölf beginnen“, führt er an. Die Beiträge dauern je Station etwa zwei bis drei Minuten. Angesetzt ist für einen gemütlichen Stadtrundgang ein Zeitraum von ungefähr zwei Stunden.

Doch bedeutet die Etablierung des Audio-Guides, dass die Stendaler Stadtführer ihren Job nun an den Nagel hängen können? „Keinesfalls“, lacht Neumann. Herkömmliche Stadtführungen seien nach wie vor beliebt und bieten dem Besucher einen Mehrwert. „Natürlich weiß der Stadtführer viel mehr über die Hintergründe der Stadt, die Beiträge sind ja bewusst kurz gehalten. Und Fragen kann der Audio-Guide schließlich auch nicht beantworten.“ Eine Möglichkeit, die Stadt besser kennenzulernen, ist er allemal, davon ist der Veranstaltungsmanager überzeugt.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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