Rote Flecken erschrecken

Auch in Stendals Altstadt: Funklochfinder zeigt, wo der Handyempfang fehlt

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In Stendal, Uenglingen und Borstel: Wo die Karte rot gefärbt ist, wurden besonders viele Funklöcher gemeldet.

Stendal – „Hallo? Bist du noch dran?“ dürfte ein in der Altmark häufig gesagter Satz sein. Denn im ländlichen Raum und damit auch in Stendal ist die Unterversorgung mit mobilem Netz ein ernst zu nehmendes Problem.

Dass ein guter Handyempfang und das mobile Internet fest in der Daseinsvorsorge verankert sind, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein.

Doch wo genau liegen eigentlich die Schwachstellen im Raum Stendal? Auf der Plattform www.funklochfinder.de, eine Initiative der CDU-Landtagsfraktion, können Bürger Funklöcher melden. Fast 65 000 Meldungen aus ganz Sachsen-Anhalt und eben auch Stendal sind dort innerhalb eines knappen Jahres eingegangen. Angaben wurden auch über die dazugehörige App gemacht. „Die Resonanz hat uns selbst verblüfft, zeigt aber, wie wichtig die Lösung des Problems ist“, sagt Hardy Peter Güssau, raumordnungspolitischer Sprecher und CDU-Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Stendal, der AZ.

Auf der Karte ist farbig markiert, wo die Verbindung am schlechtesten ist. Stendal gibt kein besonders erfreuliches Bild ab: Rote Flecken zeichnen sich in der Altstadt, im Ortsteil Röxe und auch in Borstel ab. Besonders viele Meldungen hat es offenbar in Uenglingen gegeben. Die Angaben auf der Plattform sind zwar nicht repräsentativ, sollen aber ein Bild darüber abgeben, wo die Empfangsqualität am schlechtesten ist. „Das gesamte Datenmaterial basiert auf freiwilligen Meldungen“, sagt Güssau. Eine genaue Ausmessung der Funkqualität müsse „natürlich direkt vor Ort erfolgen“.

Als die Plattform vergangenes Jahr online ging, hatte Ulrich Thomas, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU kritisiert: „Die ganze Welt bereitet sich auf den Ausbau von 5G-Netzen vor und Deutschland versucht immer noch, seine Funklöcher zu beseitigen.“ Es sei „erschreckend“, dass es noch immer Orte gebe, die keine oder langsame Internetverbindungen hätten.

Inzwischen habe man mit der Magdeburger Firma „Funklochstopfer“ eine technische Lösung gefunden, um kurzfristig und unbürokratisch Funklöcher mithilfe von mobilen Containern zu beseitigen, kündigt Güssau an. Präsentieren werde seine Fraktion die technische Errungenschaft im September auch in der Altmark. Wann genau, das verrät der Christdemokrat noch nicht.

Für den kommenden Haushalt hat die CDU-Landtagsfraktion ein Sofortprogramm von zehn Millionen Euro ausschließlich zur Verbesserung des Mobilfunknetzes im ganzen Land beantragt. Sofern der Vorschlag auf Zustimmung stößt, könne das Förderprogramm bereits ab 1. Januar 2020 gestartet werden, teilt der Stendaler mit.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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