Wohin mit den Flüchtlingen?

Asylbewerber wollen nach Stadtsee, aber dort gibts kaum noch Wohnungen

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Am liebsten wollen die Asylbewerber in Stendal-Stadtsee wohnen. Dort wird es in den nächsten Wochen allerdings eng.

Stendal. Eigentlich sollen Stendals Asylbewerber, wenn sie die Gemeinschaftsunterkunft am Möringer Weg verlassen, dezentral in Wohnungen untergebracht werden – nicht geballt irgendwo, sondern zur besseren Integration verteilt im ganzen Landkreis.

Aber: „Die meisten wollen in den Stadtteil Stadtsee“, weiß Sebastian Stoll, der beim Landkreis Stendal für die Asylproblematik zuständig ist. Das Problem: „Stadtsee ist damit in den nächsten Wochen definitiv überfordert. “ Soll heißen: Dort sind bald keine Wohnungen mehr zu haben.

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Geplant ist, die Flüchtlinge entlang der Bahnlinie Richtung Norden, also auch in Osterburg und Seehausen, unterzubringen. Zehn bis 20 Wohnungen pro Stadt schweben dem Landkreis vor, entsprechende Gespräche mit den Bürgermeistern und Vermietern sind laut Sebastian Stoll bereits geführt worden. „Der Landkreis weist nicht unbedingt Wohnungen zu, die Asylbewerber suchen auch selbst“, erklärt Stoll. Er kann verstehen, dass die Flüchtlinge dorthin wollen, wo sie Gleichgesinnte finden – nach Stendal-Stadtsee.

So steht der Landkreis in den kommenden Wochen vor großen Herausforderungen. Auf 1500 Asylbewerber in diesem Jahr richten sich die Verantwortlichen ein. Ein Vergleich: Ende 2014 waren 487 Flüchtlinge im Landkreis, im Vorjahr 237. Aktuell kommen die Asylsuchenden verstärkt aus Syrien, registriert werden aber auch viele alleinreisende Inder sowie Familien aus den Balkan-Ländern und der russischen Föderation.

Von Ulrike Meineke

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