Arneburger Bündnis nutzt Alt-Deponie nach 20-jähriger Ruhefrist um: Vielseitigkeit als Feuertaufe

Galopp über Linden und Flutsand

Organisator Wolfram Walter und Arneburgs Reitsport-Abteilungsleiter Uwe Wagner freuen sich wie Rauhaardackeldame Bea und Jack Russell-Terrier Baltic am 7. September auf viele Reitsport-Fans.

Arneburg. Aufgalopp auf Arneburgs Alt-Deponie: Während Ex-Müllkippenflächen andernorts von Windmühlen und Sonnenkollektoren bevölkert werden, hat sich die 3,5 Hektar große DDR-Altlast am alten Weg nach Beelitz seit April zur rustikalen Ross- und Reiter-Zone gemausert.

Nur gelbes Flatterband, das Minibereiche der früheren Pottkuhle wegen Deponiegas absperrt, erinnert noch an die frühere Nutzung.

Die Feuertaufe erlebt der Kombi-Sportparcours für Reiter der Kategorie „Vielseitigkeit“ am Sonnabend, 7. September, um 14 Uhr gleich mit einer Landesmeisterschaft. Und dass sich Sachsen-Anhalts Fans edler Tiere in Springen, Dressur und Geländeritt überhaupt in der Kleinstadt messen, ist Ergebnis eines Hand-in-Hand-Pakts zwischen Rathaus, Baubetrieben, Landwirten und rund 50 Pferdesportlern des Arneburger Sportvereins „Rot-Weiß von 1868“.

„Im März standen hier noch überall Akazien“, führt Organisator Wolfram Weber zu den beeindruckenden Besonderheiten. Ein Großteil der 40 Hindernisse rekrutiert sich aus dem Holz einstiger Arneburger Elbstraßen-Linden, das bereits seit drei Jahren seinem Einsatz entgegensieht. Ebenfalls weiterverwendet wurden mindestens 1500 Flut-Sandsäcke, dessen Inhalt nicht nur den hufschonenden Untergrund im Wasserloch bildet, sondern auch imposante Hürden am nördlichen Rand des Areals stabilisieren. Und auch eine Lok, die symbolisch eine Fuhre Holz zum Zellstoffwerk zieht, findet sich als Hindernis, das in der Springer-Szene sicher seinesgleichen sucht.

Überhaupt sind es die Details, die Arneburgs Kombi-Parcours einzigartig machen. Fürs Wasserloch hat Walter eigens einen alten Kahn besorgt, zu dem sich bis zum Start von Mensch und Tier am Sonnabend auch noch ein Angler gesellen soll. „Das ist doch alles eine echte Bereicherung für Arneburg“, lobt sich Reitsport-Abteilungsleiter Uwe Wagner dann auch ein bisschen selbst. –Recht hat der Mann.

Von Antje Mahrhold

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