Elbestadt hat Rikscha aus München ersteigert / Skurriles Gefährt soll den Tourismus weiter auf Touren bringen

Arneburg lockt Gäste ins Boot auf Rädern

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Insgesamt 21 Gänge stehen dem Chauffeur zur Verfügung. Die Fahrrad-Rikscha stammt aus Bayern.

Arneburg/München. Aus der Kraftfahrzeug-Verwahrstelle des Polizeipräsidiums der Hauptstadt des Freistaates Bayerns nun frisch an der Elbe eingetroffen ist seit wenigen Stunden die neueste Touristen-Attraktion der Stadt Arneburg.

Bei einer Internet-Auktion des Zolls ergatterten Verantwortliche der Stadtverwaltung per Höchstgebot im mittleren dreistelligen Euro-Bereich den Zuschlag, sodass eine knallrote Fahrrad-Rikscha ihre Zukunft in der Altmark haben wird.

Die 1,50 Meter breite und zwei Meter lange Passagierkabine ist in Form eines Bootsbugs angelegt. Genau dieses maritime Antlitz passt der Elbestadt auch bestens ins Konzept, um noch mehr Gäste und Besucher nach Arneburg zu locken – als dies 2015 seit Eröffnung der 30 Meter hohen Aussichtsbrücke am Burgberg Mitte April sowieso schon der Fall war (die AZ berichtete).

Auch im Tourismusbüro der Elbestadt sieht man dem Einsatz der Neuanschaffung gespannt entgegen. Die Fahrrad-Rikscha verfügt nach Münchener Angaben über insgesamt 21 Gänge, hat aber kein Licht an Bord und ist auch nur mit einer Bremse am Hinterrad ausgestattet. Deshalb empfehlen die Verkäufer auch entsprechende Umbauarbeiten, bevor die erste Ausfahrt auf offiziellem Gelände erfolgen kann.

Mit der Neuanschaffung beweisen Arneburgs Stadtväter offensichtlich den richtigen Riecher. Denn mit, in und auf Fahrrad-Rikschas erfreut sich längst die halbe Republik. In Stuttgart etwa sind sogenannte Bürger-Rikschas unterwegs und in Berlin-Schöneberg kutschieren Freiwillige in den Gefährten Senioren durch die Frischluft, womit sie eine Idee aus Dänemark aufgegriffen haben. Rikschas sind vielerorts als Taxi-Alternative unterwegs, machen Junggesellenabschiede unvergesslich und geleiten Hochzeitspaare in den Himmel der Ehe. Sie gelten als Beförderungskünstler mit Muskelantrieb und sind ein Zeichen des modernen Lifestyles. Fans schwören darauf, dass Fahrrad-Rikschas umweltverträglich sind, weil sie keine Abgase in die Luft blasen. Und wie nebenbei kommen Fahrer und Passagiere gleichermaßen zum Zug: Der spart strampelnd den Gang ins Fitnesszentrum und die anderen: genießen.

Von Antje Mahrhold

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