Die wichtigsten Fragen beantwortet

Arbeitsagentur Stendal informiert: Neue Regeln für Kurzarbeit

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Leere Gaststätte: Nicht nur gastronomische Betriebe leiden stark unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Mit Kurzarbeit sollen Folgen abgefedert werden.

Altmark – Die Arbeitsagentur Stendal, die für beide altmärkischen Landkreise zuständig ist, widmet sich speziell dem Thema Kurzarbeit, das derzeit deutschlandweit stark in Anspruch genommen wird (AZ berichtete). Hintergrund ist die Corona Krise.

Denn die führt zu wirtschaftlichen Einschränkungen, die im Altmarkkreis Salzwedel und im Landkreis Stendal schon jetzt deutlich zu spüren sind.

Nun gehe es darum, Einbußen sowie Auftragsabsagen, die ein immer höheres Ausmaß annehmen, abzufedern. „Durch die aktuellen Erleichterungen des Kurzarbeitergeldes können viele Arbeitsplätze in der Altmark erhalten bleiben“, sind sich die Fachleute trotzdem sicher.

Die derzeit oft gestellten Fragen und die Antworten der Arbeitsagentur dazu:

Was bedeutet Kurzarbeit?

Kurzarbeit bedeutet, dass für einen Teil der Beschäftigten oder alle Beschäftigten in einem Betrieb vorübergehend nicht mehr genug Arbeit da ist und sie ihre Arbeit vorübergehend verringern oder ganz einstellen müssen. Um eine Kündigung zu vermeiden, kann dann Kurzarbeitergeld beantragt werden. Das Geld entspricht ungefähr dem Arbeitslosengeld – wird aber vom Betrieb gezahlt, der das von der Arbeitsagentur erstattet bekommt. Damit wird die schlechte Auftragslage überbrückt.

Wem hilft Kurzarbeitergeld?

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer behalten ihre Jobs und Arbeitgeber werden von Lohnkosten entlastet. Unternehmen behalten auch in der Flaute ihr eingearbeitetes Personal.

Gibt es Bedingungen für Kurzarbeitergeld?

Es gibt ein paar Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Kurzarbeit können Unternehmen beantragen, die aufgrund unverschuldeter wirtschaftlicher Ursachen wie Lieferengpässen bei benötigten Produktionsteilen oder anderer nicht beeinflussbarer (unabwendbarer) Ereignisse wie Hochwasser oder eben Corona kurzfristig in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, ihre Beschäftigten dadurch nicht mehr voll auslasten können und bei denen mindestens zehn Prozent der im Betrieb Beschäftigten mindestens zehn Prozent ihres Lohns einbüßen.

Was ändert sich durch das Eilgesetz?

Mit den neuen Vorschriften können noch mehr Betriebe Kurzarbeit nutzen. Bisher musste mindestens ein Drittel der im Betrieb Beschäftigten von einem Arbeits- und Lohnausfall betroffen sein. Künftig reichen zehn Prozent der Beschäftigten. Hinzu kommt, dass die Bundesagentur für Arbeit nun auch die Sozialversicherungsbeiträge voll erstattet. Denn auch in Kurzarbeit sind Beschäftigte weiter in den Sozialversicherungen gemeldet. Bisher mussten Arbeitgeber diese Beiträge in voller Höhe übernehmen. Neu ist durch die aktuelle Lage ebenfalls, dass künftig auch Leiharbeitnehmer Kurzarbeitergeld erhalten können.

Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld sind „wirtschaftliche Ursachen“ und die sogenannten „unabwendbaren Ereignisse“. Was heißt das?

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Unternehmen wirklich nur im Notfall Kurzarbeitergeld beanspruchen können und nicht etwa bei normalen Betriebsrisiken. Wirtschaftliche Ursachen meinen die Einflüsse, die nicht in der Verantwortung des Betriebes liegen. Beim Coronavirus kann von wirtschaftlichen Ursachen gesprochen werden, wenn beispielsweise Teile ausbleiben, nicht ersetzt werden können und Bänder stillstehen. Dann gibt es noch die sogenannten „unabwendbaren Ereignisse“. Darunter fällt beispielsweise Hochwasser. Und dazu zählen auch Anordnungen der Gesundheitsämter.

Wie wird Kurzarbeitergeld beantragt?

Unternehmen nehmen Kontakt mit der Agentur für Arbeit Stendal auf und schildern ihren Fall. Wenn die Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld erfüllt sind, folgt die schriftliche Anzeige bei der Agentur. Sowohl die Mitteilung von Kurzarbeit als auch die eigentliche Antragsstellung können online erfolgen, wenn der Arbeitgeber bei der BA registriert ist. Die Adresse: www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit

Welche Unterlagen muss ich für den Antrag einreichen?

Zur Prüfung der Voraussetzungen für Kurzarbeit muss der Betrieb der Arbeitsagentur mehrere Unterlagen vorlegen. Dazu gehören zum Beispiel auch die Vereinbarung über die Einführung von Kurzarbeit mit dem Betriebsrat oder den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Arbeitgeber sollten auch die möglichen Änderungskündigungen einreichen.

Wie lange wird Kurzarbeitergeld gezahlt?

Die mögliche Bezugsdauer beträgt derzeit zwölf Monate, aber das ist vom Einzelfall abhängig.

Wie hoch ist Kurzarbeitergeld?

Das Kurzarbeitergeld beträgt 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Wenn Arbeitnehmer/innen mindestens 0,5 Kinder auf der Lohnsteuersteuer eingetragen haben, beträgt der Satz 67 Prozent.

Reicht das Geld der Bundesagentur für Arbeit für eine schwere Konjunkturkrise?

Die Bundesagentur für Arbeit ist auf eine mögliche schwere Krise vorbereitet. Sie kann bei Bedarf auf Konjunkturreserven zurückgreifen. Diese liegen derzeit bei 26 Milliarden Euro.

Kontakt:

Die bekannten Ansprechpartner/-innen im gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Stendal und des Jobcenters Stendal stehen den Betrieben der beiden altmärkischen Landkreise weiterhin unter den bekannten Telefonnummern zur Verfügung. Beratung und weitergehende Informationen erhalten die Arbeitgeber außerdem unter folgender Hotline: 0800 45555 20.  cz

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