Neue Mitarbeiter: „Maranata“-Chefin Barbara Miesterfeldt hat viele Projekte auf der Agenda

„Das ist Arbeit, die mich ausfüllt“

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Deutschunterricht in der Teestube „Maranata“. Es ist nur eines von vielen Projekten, um die sich Leiterin Barbara Miesterfeldt mit ihrem Team täglich kümmert. Im Vordergrund ihrer Arbeit steht soziale Lebensberatung.

Stendal. Die Arbeit in der Teestube „Maranata“ scheint auch 2017 nicht weniger zu werden. Im Gegenteil.

„Die Überstunden werden mir noch eine Weile erhalten bleiben“, sagt Leiterin Barbara Miesterfeldt im AZ-Gespräch, „aber die Teestube hat einen guten Zulauf an Kindern und Jugendlichen. Und darüber freuen wir uns. “ Bereits im vergangenen Sommer hatte Miesterfeldt überlegt, personell aufzustocken, um der anfallenden Arbeit gerecht zu werden. Nun gibt es drei neue Gesichter im „Maranata“-Team. Und zahlreiche Projekte, die in die Tat umgesetzt werden wollen.

„Wir haben zwei junge Menschen im Rahmen ihres Bundesfreiwilligendienstes hier eingesetzt. Zudem arbeitet jetzt eine junge Frau hier, die vorher soziale Arbeit studiert hat“, informiert Miesterfeldt. Die teilweise Geflüchteten, die auch nach abgeschlossenen Sprachkursen oder parallel dazu einen Ort für ihre Freizeitgestaltung und zum Austausch mit anderen Gleichgesinnten suchen, können in der Teestube zahlreichen Aktivitäten nachgehen. „Wir haben nach wie vor Deutschkurse, eine Fernsehrunde oder Gesprächskreise für Männer und Frauen“, so die Teestuben-Chefin. Ein weiteres Projekt trägt den Titel „Geflüchtete – damals und heute“. Zunächst hatte die Teestube ältere Menschen eingeladen, die den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen bewusst erlebt haben. Und im Nachgang dessen ebenfalls zu Flüchtlingen wurden. „Die jungen Geflüchteten und die Gäste haben festgestellt, dass sie beide mit Akzeptanz zu kämpfen hatten. Die waren nicht gerne gesehen“, sagt Miesterfeldt, „das Projekt soll mit Spätaussiedlern weitergehen.“ Auch diese sollen ihre Erfahrungen in die Teestube tragen. Und die Zuhörer sollen im besten Fall von deren Erfahrungen profitieren und sich vor allem in ihrer Lage verstanden fühlen.

Aber die meiste Zeit verbringt Barbara Miesterfeldt mit sozialer Lebensberatung. Dies beschränkt sich nicht auf das Vorbereiten von Behördengängen oder das Ausfüllen von Anträgen. „Die Menschen müssen auch die Kultur verstehen. Sprache ist das Eine, Kultur gehört mit dazu.“ Sie berichtet von einer Mitarbeiterin, die erkrankt zu Hause im Bett lag. „Alle Geflüchteten wollten sie besuchen. Als ihnen dann gesagt wurde, dass man das in Deutschland nicht so macht und den Kranken ihre Ruhe lässt, waren einige beleidigt“, erzählt Miesterfeldt. Wichtig sei bei allem das Herz und der Gedanke dahinter. „Das ist die Arbeit, die mich ausfüllt.“

Von Mike Höpfner

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