Einwohnerprotest gegen Baugebiet in Hassel

„Jungen Leuten verbieten, in Hassel zu bauen“

In Nachbarschaft zum Wohngebiet „Am Weidenplan“ plant die Gemeinde Hassel Bauland für Häuslebauer.
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Geplantes Baugebiet „ Weidenschlag“ in Hassel
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Hassel – Einstimmig für die Zulässigkeit des laut Kommunalverfassungsgesetz legitimen Anwohnerprotests gegen das in Hassel geplante Baugebiet „Weidenschlag“ hat am Dienstagabend der Gemeinderat votiert.

Bis Mitte April haben Claudia Jürges und Katrin Heppner sowie Hassels Ex-Bürgermeister Uwe Rihsmann als die drei Verantwortlichen des Einwohnerantrags „Kein neues Wohngebiet in Hassel“ noch Gelegenheit, ihre Kritik gegen die Schaffung von neuem Bauland vorzutragen – wahrscheinlich im Rahmen einer Gemeinderatssitzung.

Das betreffende Areal befindet sich in direkter Nachbarschaft der Grundstücke der Verantwortlichen. Die Initiatoren hätten es jedoch in der aktuellen Pandemiezeit recht schwer, mit weiteren Unterstützern in Kontakt zu treten, erläuterte Jürges bei der Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus die relativ geringe Anzahl von schriftlichen Befürwortern in Gestalt von 40 Unterzeichnern (AZ berichtete). Dass die Ratssitzung coronabedingt nur von fünf Zuschauern mitverfolgt werden konnte, habe ebenfalls erschwerend gewirkt.

„Über die Köpfe der Bürger hinweg“

Es werde „über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden“, kritisierte die Hasselerin die Arbeit des Gemeinderats. Dieser habe es versäumt, vor dem Baulandbeschluss einen „öffentlichen Aushang“ zu verfassen. Werde gebaut, müsse „wieder ein Stück Natur weichen“ und gehe zugleich eine weitere ökologische Nutzfläche verloren. Eigentümer der Fläche ist bekanntlich Hassels Bürgermeister Alf Diedrich. Er hatte sich an der Abstimmung wegen Befangenheit (Mitwirkungsverbot) nicht beteiligt (AZ berichtete).

„Wer hat ein Interesse daran, dass dieses Baugebiet entsteht?“, fragte nach rund viertelstündiger Debatte Diedrichs Amtsvorgänger in die Runde. Als ihm Ratsmitglied Janet Preis ankündigte, dass diese und alle weiteren Fragen des Antragstrios „schriftlich beantwortet“ würden und Ratsmitglied Wilfried Raup darauf verwies, beim nächsten Treffen dann aber auch die Baugebietsbefürworter sprechen zu lassen, bezeichnete Rihsmann dieses Vorgehen – offenbar abwertend gemeint – als „einen geschickten Schachzug“.

Auch die Kritik von Initiativen-Mitstreiterin Katrin Heppner, wonach in Hassel immer wieder Häuser „frei werden“ würden, ließ Raup nicht unerwidert. „Warum wollen Sie jungen Leuten verbieten, in Hassel zu bauen?“, hielt ihr der Ratsmann aus Wischer entgegen.

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