Politlandwirt Wiese fordert stärkeres Gesundheitsamt / Puhlmann: Nicht alles reibungslos

Anti-Virus-Arbeit des Stendaler Landrates gerät in die Kritik

Republikweit laufen Tests, Behörden und Mediziner sind im Dauerstress. Im Landkreis Stendal soll das Gesundheitsamt mindestens am Limit arbeiten.
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Republikweit laufen Tests, Behörden und Mediziner sind im Dauerstress. Im Landkreis Stendal soll das Gesundheitsamt mindestens am Limit arbeiten.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Stendal – Frank Wiese (Landwirte für die Region) musste seinen Ärger lange hinunterschlucken. Fast drei Stunden lagen zwischen den Ausführungen des Landrates zu Corona und dem Tagesordnungspunkt „Anfragen und Anregungen“.

Sein Frontalangriff am Mikrofon gipfelte in diesem Satz: „Ich zweifle, ob Sie noch Herr der Lage sind. “ Die Situation im Landkreis sei weitaus schlimmer, als die Zahlen aussagen würden, mutmaßte Wiese, offenkundig nicht zuletzt mit Blick auf die Entwicklung im Raum Seehausen (die AZ berichtete). Es könne und dürfe nicht sein, dass Menschen tagelang auf den Quarantäneschein warten müssten. Der Unternehmer brachte Erfahrungen von Mitarbeitern ins Feld. Der Landrat solle doch bitte seine Arbeit machen. Wiese: „Stocken Sie das Gesundheitsamt auf. “.

Von Mitarbeitern, die seit Monaten am Limit arbeiteten, hatte Landrat Patrick Puhlmann (SPD) zuvor berichtet. „Und trotzdem gibt es Punkte, wo nicht alles reibungslos funktioniert.“ Ob der vielen Anfragen könne die Wartezeit am Telefon extrem lang werden. Und ja, nicht jeder Quarantäneschein könne umgehend versendet werden. Die Lage im Landkreis unterscheide sich nicht mehr viel von der in anderen Gegenden des Landes. „Wir haben Coronafälle überall.“ Mittlerweile werde von einer „diffusen Lage“ gesprochen. Am Sitzungstag gab es 804 unter Quarantäne gestellte Personen, die Sieben-Tage-Inzidenz betrug 204. Ein Ende des Anstiegs sei nicht zu erkennen. Jeder Einzelne, so Puhlmann, müsse mehr denn je Verantwortung für sich und andere übernehmen.

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