Anregende Tage

Organisatorin Helke Werner mit Ehemann Karlheinz.

Rheinsberg - Alexander Postolache. Es sei in dieser Form das erste Seminar gewesen, das es für schwerst Schädel-Hirn-Geschädigte und ihre Angehörigen bundesweit gegeben habe. Helke Werner aus Bölsdorf war insgesamt etwa ein Jahr mit den Vorbereitungen beschäftigt.

Zwölf schwerst Schädel-Hirn-Geschädigte sind es, die zur Selbsthilfegruppe zählen. Neun von ihnen waren Anfang November in Rheinsberg. „Dort gibt es ein Hotel, das sich auf besondere Gäste spezialisiert hat“, berichtete Helke Werner, Vorsitzende der in ganz Sachsen-Anhalt agierenden Selbsthilfegruppe, der AZ. Pflegebetten, geräumige Zimmer, ein behindertengerechtes Schwimmbad, Fahrstühle – diese Dinge machten den Ausflug von neun Menschen erst möglich. „Sieben unserer zwölf Betroffenen sind bereits wieder aus dem Wachkoma zurückgekehrt“, informierte die Organisatorin weiter, drei könnten sogar wieder uneingeschränkt ihr Leben meistern. Doch ein Teil des Dutzends der schwerst Schädel-Hirn-Geschädigten sei immer noch auf Hilfe angewiesen, auch wenn Fortschritte zu sehen seien. So auch Karlheinz Werner. Ein Herzstillstand war bei dem Ehemann von Helke Werner Auslöser für das Wachkoma. Er, oder auch Dieter Lehmann, wurden an jenem Wochenende von Tangermünder Profis umsorgt. Von den insgesamt 41 Teilnehmern gehörten drei einem Pflegedienst an, acht Experten waren vor Ort sowie die neun Betroffenen mit ihren Angehörigen. Zu den Experten gehörten Spezialisten der Uni Bremen, die zum Thema „Das Leben mit einem schwerst Schädel-Hirn-Geschädigten“ verschiedene Vorträge anboten. Aber auch Anbieter für Spezialnahrung, Inkontinenzmaterial und andere Pflegeutensilien stellten sich und ihre Angebote vor.

Therapeuten, unter ihnen die Stendalerin Inka Oelmann, beschäftigten sich mit den Betroffenen. Dieter Lehmann erfuhr zum Beispiel ein besonderes Klangerlebnis mit einer Klangschale. Aber auch die Schwingungen des Didgeridoo „regten an“ und „lösten Verkrampfungen“ zum Beispiel in den Händen. Körperfunktionen reaktivieren – für Wiedererwachte und Komapatienten entscheidend. Und für die Angehörigen, die nachts von den Pflegerinnen abgelöst wurden, ein Stück wohltuender Freizeit.

10 000 Euro kostete dieses Wochenende. Geld, das Helke Werner von 15 Förderern erhalten hatte.

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