Landgericht Stendal urteilt

Angriff auf Litauerin: Zwei Jahre Haft für Peter L.

mih Stendal / Salzwedel. Er hat eine 29-jährige Litauerin in seinen Garten gezerrt, gewürgt und gefesselt. Das Stendaler Landgericht sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass Peter L. der jungen Frau dies am Abend des 23. September 2012 in Salzwedel angetan hat und verurteilte den mehrfach vorbestraften Peter L. zu zwei Jahren Gefängnis.

Nach drei vorherigen Terminen wurde gegen den wegen gefährlicher Körperverletzung und des Verdachts auf sexuelle Nötigung Angeklagten am Landgericht unter Vorsitz von Richterin Simone Henze-von-Staden das Urteil gesprochen.

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Unter Einbeziehung eines Urteils des Amtsgerichts Salzwedel ist der Beschuldigte wegen Freiheitsberaubung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt worden. Der Tathergang stellte sich dem Gericht wie folgt dar: Die junge Frau war mit dem Fahrrad unterwegs von Salzwedel nach Wustrow, als L. sie ansprach.

Er habe sich als Zivilfahnder ausgegeben und ihren Rucksack nach Drogen durchsuchen wollen. Als sie zögerte, soll er ein Messer gezogen und sie bedroht haben. Es kam zu einer handfesten Auseinandersetzung. Dabei soll er an ihrem Pullover gezerrt haben, was den Verdacht der sexuellen Nötigung nahelegte, der sich jedoch nicht bestätigte. Die Litauerin konnte sich befreien und flüchtete in ein nahes Pflegeheim, wo das Personal die Polizei verständigte.

Der vielfach Vorbestrafte hatte den zweiten Termin, unter Alkoholeinfluss stehend, geschwänzt und wurde nach Anhörung der Zeugen in der letzten Woche in Untersuchungshaft gebracht. Die einzig noch übrige Zeugin, eine Kriminaloberkommissarin, war am stärksten in den Fall einbezogen. Sie hatte die Aussagen des Opfers weitgehend bestätigt.

Mit dem Urteil blieb Richterin Henze-von-Staden unterhalb der Forderungen von Nebenklägerin und Staatsanwaltschaft. Im Schlussplädoyer stellte der Staatsanwalt die Frage, was wohl passiert wäre, wenn sich die junge Frau nicht aus eigener Kraft hätte befreien können. Aufgrund ihrer glaubhaften Aussagen und den DNA-Testergebnissen zeigte er sich von der Schuld des Angeklagten überzeugt. Für schweren Raub forderte er eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten.

Die Anwältin des Opfers ging einen Schritt weiter und plädierte auf schwere, räuberische Erpressung und eine Inhaftierung für sechs Jahre und acht Monate. Der Verteidiger beantragte aufgrund einer angeblichen Verwechslung des Beschuldigten mit einem unbekannten Dritten Freispruch. Dem standen jedoch zu viele eindeutige Beweise entgegen.

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