„Gordischer Knoten“ zu lösen

Braun (Pro Altmark) sieht ländlichen Raum bei Schulpolitik unzureichend berücksichtigt

Stendal – Der Landkreis habe kaum Möglichkeiten, sich innerhalb der Schulentwicklungsplanung gegen die Landespolitik zu stellen, empört sich Edith Braun (Pro Altmark), Vorsitzende des Kreis-Schulausschusses.

Ende November war ein Entwurf des Planes in ihrem Ausschuss besprochen worden. Mit der Vorlage informiert die Landesverwaltung über langfristige Planungen für die bedarfsgerechte Entwicklung der schulischen Angebote in ihren Zuständigkeitsbereichen. Konkrete Folgen aus dem Entwurf abzulesen, sei kaum möglich. Die Erfahrung zeige aber, dass „verantwortungslose Landespolitiker“ die Ballungsgebiete wie etwa Magdeburg und Halle anders bewerteten als die Altmark, meint die Vorsitzende im Gespräch mit der AZ. Das Land müsse hier von seinen Wegen „umkehren“.

In der Vergangenheit sei die Erfahrung gemacht worden, dass das Land entgegen der Beschlüsse des Kreistages Schulen im Wege der Ersatzvornahme geschlossen habe. Das Land könne sich hier mit seinen Kompetenzen einfach über den Landkreis hinwegsetzen. Braun möchte sich gegen derartiges Vorgehen durch die Landesverwaltung mit aller Kraft wenden. Sie als Vorsitzende sei nicht mehr gewillt, dies so hinzunehmen. „Kluge Kommunen“ werden ihre Grundschulen nicht mehr „opfern“ und bei Notwendigkeit Schulen zusammenlegen, um die Schülerzahlen zu erreichen, meint Braun. Aus ihrer Sicht müsse keine Schule geschlossen werden. Als Ziel habe sie sich mit sämtlichen Fraktionen des Kreistages gemeinsam gesetzt, alle Schulen zu erhalten. Besondere Bedeutung haben dabei die Grundschulen. Darüber hinaus aber auch die Sekundar- und Gemeinschaftsschulen. In enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung sollen alle Möglichkeiten ausgereizt werden.

So mancher sei mit dem Spruch „kurze Beine, kurze Wege“ in den Landtag eingezogen. Ein Umdenken dort sei aber bei der Gesetzgebung bisher noch nicht Geschehen. Die Situation gleiche einem „Gordischen Knoten“ der gelöst werden müsse. Der kunstvolle Gordische Knoten soll einer Sage nach von Alexander dem Großem mit dem Schwert zerschlagen worden sein.

VON SIMON GERSTNER

Rubriklistenbild: © picture alliance / David-Wolfgan

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