Gesellschaft zum Schutz der Wölfe setzt Belohnung aus

Altmärker Wolf erschossen?

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Tierschützer Peter Schmiedchen beobachtet seit Jahren das Wolfsvorkommen in der Heide.

Dolle. Stammt der bei Loburg gefundene tote Wolf aus der Altmark? „Auszuschließen ist das nicht“, sagt Peter Schmiedchen. Immerhin gebe es in der Colbitz-Letzlinger Heide mehrere Rudel.

Im Namen der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe, hat der Tierschützer aus Dolle Strafanzeige gestellt und eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro für die Ergreifung des Täters ausgesetzt.

Die Polizei hatte die Ermittlungen bereits aufgenommen. Wölfe sind in Deutschland streng geschützt. Es drohen Geld- und Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren. Vieles spreche für eine vorsätzliche Tat, meint Schmiedchen. So wurde das Tier nicht am Fundort getötet, sondern dort offenbar bewusst ausgelegt. Dass es erschossen wurde, hätten Untersuchungen gestern zweifelsfrei belegt. Ebenso sei jetzt offiziell bestätigt, dass es sich um einen Wolf handele.

Wölfe legten pro Tag sehr lange Strecken zurück. So sei es möglich, dass sich ein Tier aus der Altmark auch im Jerichower Land bewege, erklärt Schmiedchen. Wahrscheinlicher sei aber, dass das getötete Jungtier vom Truppenübungsplatz Altengrabow stammt. In Sachsen-Anhalt sind acht Siedlungsgebiete nachgewiesen. In der Altmark sind seit Jahren Wölfe im Bereich Gartow (Grenzgebiet zu Niedersachsen) und in der Colbitzer-Letzlinger-Heide belegt. Der jüngste Wolfsmonitoring-Bericht bestätigt jetzt auch ein Rudel in den Zichtauer Bergen.

„Die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe lehnt jede Vorverurteilung und Spekulationen zu möglichen Tätern ab“, so der Tierschützer. Er hofft, dass sich auch alle Jäger von dieser Tat distanzieren und ihren Beitrag zur Aufklärung leisten. Ähnliche Vorfälle sind selten, kommen aber immer wieder vor. Vor einigen Jahren wurde bei Dolle ein Tier überfahren. Bei Burg hat 2009 ein Jäger ein Exemplar erschossen. Er habe es für einen Hund gehalten. Aus dem Land Brandenburg sind mehrere Fälle bekannt, dass Wölfe erschossen, geköpft und dann ausgelegt wurden.

Von Christian Wohlt

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