Studie belegt: Region hat die geringsten krankheitsbedingten Fehltage im Land

Altmärker fehlten seltener

Die Altmärker verzeichnen einer Studie zufolge die wenigsten krankheitsbedingten Fehltage in Sachsen-Anhalt 2012. Und das Thema Burn-out stellt sich ebenso, wie psychische Erkrankungen, nicht als gesundheitliches Hauptproblem dar. Fotos: dpa (1), Kuhn (1)

Stendal. Positives berichtet der aktuelle Gesundheitsreport der Deutschen Angestelltenkrankenkasse (DAK), den gestern Mathias Eckstein, Leiter der Geschäftsstelle Stendal, der AZ vorstellte.

Demnach sind die altmärkischen Arbeitnehmer im vergangenen Jahr weniger krank gewesen, als im Landesdurchschnitt. Bundesweit lag der Krankenstand bei 3,8 Prozent (2011: 3,9 Prozent). In den beiden altmärkischen Landkreisen wurde ein Prozentsatz von 4,5 Prozent (2011: 4,5 Prozent) verzeichnet, für das Land Sachsen-Anhalt 4,7 Prozent (2011: 4,8 Prozent). Damit belegen die beiden Landkreise den Spitzenplatz im sachsen-anhaltischen Ranking. Schlusslicht ist der Landkreis Mansfeld-Südharz mit aktuell 5,6 Prozent.

Mathias Eckstein

Hauptgründe für eine Krankmeldung sind dem Report zufolge Beschwerden am Muskel-Skelett-System (27,5 Prozent der Erkrankten). Es folgen Atemwege (12,1 Prozent), Verletzungen (10,8 Prozent) und psychische Erkrankungen (10,6 Prozent). Infektionen (3,8 Prozent) oder Krebserkrankungen (3,6 Prozent) fallen demnach nicht so ins Gewicht, wie oftmals angenommen. Konkret an Fehltagen pro 100 Versicherte gemessen, ergibt sich folgendes Bild für die Altmark: Gestiegen sind die Fehltage aufgrund von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (2012: 457 Tage / 2011: 413), wegen psychischer Erkrankungen (176 / 159) sowie Erkrankungen an Nervensystem, Augen und Ohren (94 / 74). Das Gros der krankgemeldeten Arbeitnehmer (63,6 Prozent) bleibt bis zu sieben Tage der Arbeit fern. 43 und mehr Tage sind 3,7 Prozent der Erkrankten nicht am Arbeitsplatz.

Psychische Erkrankungen steigen rapide

Während zwischen 2000 und 2012 in Sachsen-Anhalt kaum Veränderungen im Krankenstand festzustellen sind, stieg die Zahl der Fehltage bei der Diagnose „Psychische Erkrankung“ im selben Zeitraum um 172 Prozent. Eckstein interpretiert dies, als Beweis dafür, dass die Ärzte heute „anders krankschreiben“, als noch vor Jahren. Auch die Patienten selbst würden ihren Gesundheitszustand offensichtlich anders reflektieren, offener über psychische Probleme mit dem Arzt sprechen. Die Studie spricht in diesem Zusammenhang von einer „Entstigmatisierung“ psychischer Erkrankungen.

Dabei ist psychische Erkrankung nicht gleich psychische Erkrankung. Weiterhin ist die Depression die am häufigsten gestellte Diagnose mit 76,2 Fehltagen pro 100 Versicherte in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr. Es folgt die Diagnose „Reaktion auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen“ (46 Fehltage). Der „Burn-out“ schlägt mit rund zehn Prozent aller Fehltage im Bereich psychische Erkrankungen zu Buche, die Depression mit 85 Prozent. Somit ist der Burn-out wohl eher ein medialer „Mythos“, als eine überdurchschnittlich belegbare Krankheit, meint Eckstein. „Nur etwa jeder 1220. Mann und jede 400. Frau war 2012 in Sachsen-Anhalt wegen eines Burn-outs krankgeschrieben“, ist der Studie zu entnehmen. Dass es nicht die Ärzte, sondern die Betroffenen selbst sind, die den Mediziner auf psychische Probleme hinweisen, belegt die Studie ebenfalls. Nur bei 20,2 Prozent der Erkrankten war es der Arzt, der hinterfragt hatte.

Von Matthias Kuhn

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