Prominenter Musiker singt und liest

Alternativen des Lebens klangvoll ausloten

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50 Jahre jung: Vom bequemen Lehnsessel aus zog Dirk Zöllner Stendals Publikum in den Bann seiner Biografie.

hh Stendal. Es gereicht der Hansestadt schon zur Ehre, dass Dirk Zöllner unmittelbar nach der Premiere seiner Biografie „Die fernen Inseln des Glücks“ auf der Leipziger Buchmesse seine Lesetour zur Lebensbeschreibung im Kleinen Haus des Theaters der Altmark (TdA) in Stendal begonnen hat.

Der Lesende stellte sich selbstverständlich zunächst als Rocksänger vor. Die Alternativen des Lebens philosophisch auslotend, erläuterte er von der eigenen Gitarre begleitet: „Der Eine öffnet das Fenster und der Andere fängt an zu frieren.“ Später wurde er bei seinen Songs und Balladen am Piano von seinem Freund und Mitbegründer der Band „Die Zöllner“ André Gensicke begleitet. Beide bestätigten dabei, dass sie in den 25 Jahren des Bestehens der Gruppe nichts an Frische und kritischem Zeitgeist verloren.

Der Buchautor, geboren 1962 in Berlin-Lichtenberg, gab vom bequemen Lehnsessel aus erheiternde und nachdenklich stimmende Einblicke in sein bisheriges Leben. Einleitend erinnerte er sich seines früh verstorbenen Freundes, des Gitarristen Thomas, dessen letzte Stunden er ebenso miterlebte, wie die familiär gestaltete Trauerfeier zur Beerdigung trotz der nahezu 2 000 Anwesenden.

Vor den geistigen Augen und Ohren der Zuhörer zog dann das Leben des Rockstars von Kindheit an vorüber. Das Leben bei den Eltern, wie der Familienvater zum reißenden Raubtier werden konnte, wenn es um den Schutz der Familie ging, wie die Mutter selbstbewusst das Familienleben steuerte und wie man bei Omi Mimi mit den Vettern Jungenstreiche planen und ausführen konnte.

Dann erste Rockerlebnisse bei Musik und anderen „Röcken“. Plastisch geschilderte Begebenheiten während der Dienstzeit als Bautruppsoldat bei den Nachrichteneinheiten im „lächerlichen Zirkus NVA“. Hier allerdings ergab sich durch Zufall Gelegenheit zu erster Bandgründung, die das Soldatenleben spürbar erleichterte. Und weiter zogen Höhen und Tiefen des Rockerlebens an den Anwesenden vorbei. Langeweile kam nicht auf, dazu waren die Einzelepisoden aus Zöllners Biografiebuch viel zu spannend vom singenden lesenden Autor vorgetragen.

www.dirk-zoellner.de

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