Altmärker planen Kamelshow / Tierfaser aus Peru soll von Stendal aus Geschäftswelt erobern

Das Alpaka läuft ins Rampenlicht

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Schals und andere Produkte aus hochwertigem Alpakahaar könnten es durchaus mit denen aus Kaschmirwolle aufnehmen. Prof. Kaschade unterstützt ein deutsch-peruanisches Projekt. Der Wissenschaftler bereist Südamerika seit gut zehn Jahren regelmäßig.

Stendal. Ein ursprünglich aus den südamerikanischen Anden stammender Paarhufer und Schwielensohler rückt ins ostaltmärkische Rampenlicht. Die erste Alpakashow in Sachsen-Anhalt ist für den 29. und 30. September geplant.

Halter und Züchter aus ganz Deutschland und vielleicht sogar darüber hinaus sollen in der Bismarker Halle des Rinderzuchtverbandes ihre Neuweltkamele vorstellen und bewerten lassen. „Das Alpaka hat bei uns eine Zukunft“, glauben Heinz Riemann (SPD), Landwirt und sachkundiger Einwohner des Kreis-Wirtschaftsförderungsausschusses, und Politkollegen. Von der Veranstaltung könne nicht nur die Kleinstadt touristisch und landwirtschaftlich profitieren, sondern die gesamte Region. Die erste „Mitteldeutsche Alpakashow“ kostet annähernd 10 000 Euro. Der Landkreis unterstützt das Stelldichein mit 1500 Euro. Der Fachausschuss hat dafür am Mittwochabend grünes Licht gegeben. Erfahrungen anderer Shows zeigten, dass bestenfalls kostendeckend gearbeitet werden kann. Ohne diese und weitere Unterstützung sei gerade die Premiere 2012 nicht zu schaffen.

Initiatorin Marianne Kraßort und ihre Partner, die bereits selbst Erfahrungen mit der Alpakazucht haben, dürfen sich über den finanziellen Anschub und reichlich anderen Rückenwind freuen. Das Ziel ist fest formuliert: „Es ist wünschenswert, diese Show als feste Adresse und jährlich festen Termin in Bismark zu etablieren, ähnlich dem Steinfelder Bauernmarkt oder dem Klädener Weihnachtsmarkt.“ Vorbilder mit großem Zuschauerinteresse gebe es beispielsweise in Burgstädt (Chemnitz) und Gallinchen (Brandenburg). In den Westfalenhallen in Hamm soll es dieses Jahr ebenfalls zum ersten Mal ein solches Treffen geben. Im östlichen norddeutschen Raum fehle bislang eine derartige Veranstaltung. Kraßort: „Dies wird sich sicher in den nächsten Jahren ändern. Um so interessanter und wichtiger ist es, zum jetzigen Zeitpunkt eine derartige Show im Landkreis zu etablieren.“ Da Deutschland derzeit noch über keine ordentlichen Alpaka-Richter verfüge, wollen die Organisatoren der Kraßort, Mittag, Stütz GbR Klinke mit Fachleuten aus Großbritannien, Australien, den USA oder Neuseeland zusammenarbeiten.

Kraßort und Mitstreiter haben mit ihren Ideen Prof. Hans-Jürgen Kaschade angesteckt. Der Wissenschaftler, Unternehmer und Berater für Existenzgründer arbeitet in ihrem Auftrag an einem Konzept für eine Vertriebsfirma, einen Alpaka-Kontor mit Sitz in Stendal. Eine befreundete Peruanerin spielt dabei die entscheidende Rolle. Der weit gereiste Professor und langjährige Leiter des Literaturhilfswerks Stendal hat Schulen und Universitäten inPeru unterstützt. „Wie ein Alpaka aussieht, weiß ich natürlich auch.“ Wenn alles gut läuft, sollen in naher Zukunft Produkte aus hochwertigem Alpakahaar von der Rolandstadt aus und nicht zuletzt über das Internet an Boutiquen und andere Interessierte verkauft werden. Wirtschaftsförderung und Umweltschutz seien ihm wichtig. „Es handelt sich schließlich um eine Naturfaser.“

Von Marco Hertzfeld

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