Ex-Wartehalle: Stadt sieht in fehlender Rettungspiste beim Investor „Handicap“

Allerhöchste Eisenbahn: Zufahrt für die Feuerwehr

Der Eindruck täuscht. Das Gerüst steht bereits seit einigen Wochen ungenutzt am früheren Bahnhof. So richtig haben die Um- und Ausbauarbeiten noch nicht begonnen. Offenbar soll auf dem Vorplatz nun erst einmal eine Feuerwehrzufahrt geschaffen werden.

Osterburg. Der Bahnhofsvorplatz soll so umgestaltet werden, dass die Feuerwehr und andere Rettungskräfte im Ernstfall problemlos an das backsteinerne Gebäude gelangen. Detlef Kränzel sieht in der fehlenden Feuerwehrzufahrt ein „Handicap für den Investor“.

Eine Westaltmärkerin will in dem ausrangierten Bahnhofsgebäude Wohnungen einrichten. Das Projekt sollte längst abgeschlossen sein. Mit der Umgestaltung des öffentlichen Platzes könnte ein vielleicht entscheidendes Hindernis beiseite geräumt werden. Osterburgs Vize-Bürgermeister gegenüber der AZ: „Wir befinden uns in der entscheidenden Phase und rechnen tagtäglich mit den Planungsunterlagen. “.

Erste Gespräche mit dem Vertreter der Investorin und ihrem Planer hat es vor gut einem Jahr gegeben. Einfach sei die Angelegenheit sicherlich nicht, der Platz ist begrenzt. „Wir waren uns dann aber relativ schnell einig, die vorgeschriebene Feuerwehrzufahrt über den Vorplatz zu führen.“ Da das Gelände vor einigen Jahren über das Schnittstellenprogramm erneut wurde, müsse jetzt auch mit den Fördermittelgebern geredet werden. Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (Nasa), Bund und Land haben ein Wörtchen mitzureden. Auch gebe es die geplanten Änderungen nicht umsonst. Wann die Arbeiten starten und was sie kosten werden, lasse sich zurzeit noch nicht sagen. Kränzel: „Momentan würde die Feuerwehr mit ihren großen Fahrzeugen gar nicht richtig an das Gebäude rankommen. Und das ist lebenswichtig, schließlich sollen dort einmal Menschen wohnen.“

Das mehr als 110 Jahre alte und denkmalgeschützte Haus ist selbst im unsanierten Zustand ein Hingucker. Der Vize-Bürgermeister hält es in Osterburg „allein schon rein äußerlich für einzigartig“. Das Gebäude stand Jahre lang leer, die Deutsche Bahn wollte es nicht mehr. Ende 2014 kaufte es eine Wittenberger Immobilienfirma und kümmert sich nun im Auftrag der neuen Eigentümerin darum. Anfangs sollten auch Arztpraxen und ein Schnellimbiss einziehen. Diese Pläne sind inzwischen schon wieder Geschichte. Immerhin: Überflüssige und marode Dinge sind vor einiger Zeit bereits herausgeräumt worden.

„Man kann aus einem Bahnhof etwas machen, doch die Lage ist entscheidend, gerade dann, wenn es um Gastronomie oder Ähnliches geht“, ist Kränzel überzeugt. Zudem befinde sich das Gebäude an der Peripherie, die Schienen bilden schon fast die Grenze der Stadt. Und hinten direkt vor dem Fenster erstrecken sich die modernen Bahnsteige und fahren die Züge vorbei. „Ein kleiner Bahnhof, irgendwo idyllisch fernab des Verkehrs, lässt sich da wahrscheinlich schneller mit neuem Leben füllen.“

Von Marco Hertzfeld

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