24-Jährige muss sich vor dem Stendaler Landgericht wegen versuchten Totschlags verantworten

Alkohol, Drogen und Gewalt

+
(Symbolfoto)

Stendal. Der übermäßige Konsum von Alkohol und Cannabis und die möglicherweise damit verbundene Gewalt standen gestern im Mittelpunkt einer Verhandlung vor dem Stendaler Landgericht.

Darin hatte sich eine 24-Jährige vor der Großen Strafkammer wegen versuchten Totschlags zu verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft der vermindert schuldfähigen Angeklagten vor, ihren Lebensgefährten in der gemeinsamen Wohnung misshandelt zu haben. Dabei soll ihn die Frau, die momentan in einer Einrichtung in Uchtspringe untergebracht ist, unter anderem mit einem Brotmesser verwundet und einen Hammer nach dem Mann geworfen haben. Darüber hinaus habe sie mit einer gläsernen Wasserpfeife laut Anklage ihrem Lebensgefährten eine acht Zentimeter lange, stark blutende Schnittverletzung zwischen Wirbelsäule und Ohr beigebracht.

Im Gericht

Zu Beginn der Verhandlung hatte die Verteidigung einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit gestellt, über den das Gericht unter Vorsitz von Richter Ulrich Galler zu entscheiden hatte. Dem entsprach das Gericht allerdings nur für den Teil des Prozesses, in dem ein Sachverständiger sein Gutachten zur Angeklagten vortragen soll.

Insgesamt wegen dreier Taten stand die in Magdeburg Geborene vor Gericht. Am 28. Mai vergangenen Jahres traf sich auf dem Gelände eines Stendaler Discounters eine Gruppe junger Leute „zum Saufen“, wie die Angeklagte gegenüber Richter Galler bestätigte. Dabei kam es zum Streit zwischen zwei Männern, die auch „nicht mehr ganz nüchtern“ gewesen sein sollen. Die junge, zierliche Frau wollte nach eigenen Angaben dazwischen, doch der Versuch misslang. Daraufhin schlug sie laut Staatsanwaltschaft einem der Kontrahenten eine Bierflasche auf den Kopf.

Im Juli schließlich eskalierte der Streit mit ihrem Lebensgefährten. Wieder waren Alkohol und Drogen im Spiel, „beide hatten ordentlich getankt“. In der Vernehmung gab die Angeklagte zu, ein „Wort gab das andere, dann bin ich ausgerastet“. Sie habe zuerst mit dem Hammer geworfen und später zum Brotmesser gegriffen. Dabei wurde ihr Lebensgefährte verletzt. Danach habe man sich wieder vertragen, die Verletzungen versorgt und versucht, „mit einem Handtuch“ das Blut zu stoppen. An dieser Stelle der Schilderungen verließ die Mutter der Angeklagten die gestrige Verhandlung mit dem Hinweis: „Ich gehe, ich kann das nicht mehr.“ Ihre Tochter gab schließlich noch zu Protokoll, sie sei nach der Tat „sehr erschrocken“ gewesen über das, „was ich getan habe“.

Die Verhandlung wird am kommenden Montag, 27. Januar, fortgesetzt.

Von Arno Zähringer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare