Aktion gegen Rehkitz-Tod: Kreisbauernverband Altmark-Landwirten dankbar

„Retter ohne Star-Allüren“

Ein Rehkitz versteckt sich in einem Feld. Damit die Tiere nicht von einer Mähmaschine erwischt werden, sollte die Fläche vorher mit einer Drohne abgesucht werden.
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Ein Rehkitz versteckt sich in einem Feld. Damit die Tiere nicht von einer Mähmaschine erwischt werden, sollte die Fläche vorher mit einer Drohne abgesucht werden.
  • Antje Mahrhold
    VonAntje Mahrhold
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Stendal – Der Kreisbauernverband Stendal hat den Einsatz von Wärmebild-Drohnen zur Rettung von durch Mähtod bedrohten Rehkitzen in der Altmark gelobt.

„Einige Landwirte aus unserem Landkreis besitzen solche Drohnen selbst und sind Retter im Alltag ganz ohne jegliche Starallüren“, erklärt die Geschäftsführerin in einer Mitteilung. „Landwirte machen einfach und reden nicht drüber“, fügt Kerstin Ramminger hinzu. Für dieses „tolle Engagement bei der Kitzrettung“ sei die Verantwortliche den Agrarunternehmern aus der Ostaltmark ausdrücklich dankbar.

Dass die Jungtiere überhaupt in lebensgefährliche Lagen bei der Grasmahd geraten können, liege am Urverhalten der Babyrehe. Sie haben einen Duckreflex, weshalb sie bei bedrohlichen Geräuschen nicht davon laufen, sondern sich zusammenkauern. Dies hat Mutter Natur als eine Art Schutz für sie vorgesehen, ebenso auch, dass Bambis in den ersten Lebenswochen keinen Eigengeruch abgeben, was sie vor gefräßigen Räubern bewahren soll. Selbst wenn Mutter Reh davonrennt, verharrt der Nachwuchs in seiner Stellung. Deshalb haben Landwirte schon zu früheren Zeiten mit Hunden oder Flattertüten versucht, Babyrehe aus hohen Wiesen zu vertreiben. Seit einigen Jahren setzt sich moderne Technik im Kampf gegen um Überleben tausender neugeborener Rehkitze durch. Die Bauernverbandsgeschäftsführerin verweist auf diverse Spezialportale im Internet, über die Kontakt zu organisierten Wildtierrettern möglich sei (siehe Infokasten). „Jeder Landwirt kann vor dem Grünschnitt Rehkitz-Retter anfordern, die die Jungtiere mittels Drohnensuche aufspüren, um sie behutsam aus der Gefahrenzone zu nehmen. Dies sei auch bei einem Einsatz junger Landwirte aus Cobbel vor Kurzem der Fall gewesen, wie Ramminger berichtet. Demnach sei an einem Wochenende gleich vier Kitze aus dem Gras geholt worden, nachher sie die Jungtiere mit einer mit Wärmekamera ausgestatteten Drohne erspäht hätten. Der Einsatz sei nicht auf eigenen Acker erfolgt, sondern Teil einer über ein Online-Portal bestellten Rettungsaktion gewesen.

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Derartige Kitzretter-Seiten im Internet haben teils auch prominente Unterstützer, wie der Schauspieler Hinnerk Schönemann beweist. Der aus der ARD-Serie „Nord bei Nordwest“ und der ZDF-Krimireihe „Marie Brand“ bekannte Mecklenburger ist Hobby-Landwirt und Heu-Bauer. „Es muss unser aller Ziel sein, keine Bilder von niedergemähten Kitzen zu zeigen und zu sehen“, erklärt der 46-Jährige auf der Internetseite kitzrettung-hilfe.de, die von der Jägervereinigung Lauterbach mit Sitz in Grebenhain (Hessen) verantwortet wird.

Rehkitz-Retter können angefordert werden

Adressen im Internet:

• Bundesverband Copter Piloten: bvcp.de

• rehkitzrettung.org

• Rehkitzretter.eu

Seit März fördert der Bund die Anschaffung von Drohnen, siehe Link: https://www.ble.de/DE/Projektfoerderung/Foerderungen-Auftraege/Rehkitz/Rettung_node.html

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