Geschredderte Sparkassen-Ordner: Verwaltungsrat will Strafanzeige stellen

33 Akten für immer weg

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Das Justizzentrum Eike von Repgow ist der gemeinsame Sitz mehrerer Gerichte sowie der Staatsanwaltschaft in Magdeburg. Dort wurden die brisanten Akten zum Stendaler Sparkassen-Skandal geschreddert. Dieses angebliche Versehen beschäftigte gestern den Verwaltungsrat des Kreditinstituts unter Vorsitz von Stendals Landrat Carsten Wulfänger.

Stendal. Im Zusammenhang mit der Vernichtung von Originalakten des Stendaler Sparkassen-Skandals im Justizzentrum Magdeburg (AZ berichtete) will der Verwaltungsrat des Kreditinstituts „zur weiteren Aufklärung“ nun Strafanzeige stellen.

Das teilte dessen Vorsitzender Carsten Wulfänger im Anschluss an die gestrige Verwaltungsrat-Sitzung mit.

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Im Rahmen des Prozesses gegen ihren ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Dieter Burmeister hatte die Kreissparkasse Stendal der Staatsanwaltschaft insgesamt 88 Ordner zur Verfügung gestellt. Wie es gestern hieß, konnten 27 Ordner, die im Juli 2013 übergeben worden sind, bereits rekonstruiert werden. Von den 61 Anfang dieses Jahres übergebenen Ordnern können dagegen nur 28 „teilweise und mit erheblichem Aufwand“ wiederhergestellt werden. 33 Ordner sind für immer vernichtet.

Dieter Burmeister wird vorgeworfen, für finanzielle Schäden in Millionenhöhe verantwortlich zu sein. Bei Bauvorhaben habe er seine Kompetenzen überschritten, indem er eigenmächtig über große Summen entschieden habe. Auch der häufige Kauf von neuen Dienstwagen steht zur Debatte. Den Pkw-Bestand versucht die Kreissparkasse gegenwärtig kontinuierlich zu reduzieren. Demnach haben sich 2013 insgesamt 39 Pkw und andere Fahrzeuge im Fuhrpark befunden. Derzeit, so Wulfänger, seien es noch 27 Fahrzeuge, im Laufe des nächsten Jahres soll der Bestand weiter auf 14 Pkw gesenkt werden.

Von Matthias Mittank

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