„Wir verstehen uns nicht mehr“: 29-Jährige will die Scheidung einreichen und wird mit dem Messer angegriffen

Salzwedel: Afghane sticht auf seine Noch-Ehefrau in ein

cha Stendal / Salzwedel. „Er ist krank“, sagte die 29-Jährige am Donnerstag über ihren Noch-Ehemann M. Der junge Afghane muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Stendal verantworten.

„Ich bin nachts aufgewacht und bemerkte ein Messer an meinem Hals“, übersetzte ein Dolmetscher die Geschädigte, die aus Kundus stammt. Dann soll der Mann gesagt haben: „Willst du, dass ich jetzt dein Leben beende, oder willst du dich von mir scheiden lassen?“ Die 29-Jährige habe ihn von sich gestoßen, woraufhin es zu einem Gerangel um das Messer gekommen sei. „Er sagte, er könne mich umbringen, aber er wird nicht, wenn ich nicht schreie“, sagte die junge Frau mit zittriger Stimme vor Gericht.

Aus dem Gericht

Schon lange leben die beiden getrennt voneinander. Die gemeinsamen Kinder sind der Grund, weshalb ein regelmäßiger Kontakt besteht. „Immer wenn wir uns sehen, streiten wir. Wir verstehen uns nicht mehr.“ Dann spricht sie von psychischen Problemen seinerseits. Ihr Mann habe manchmal Phasen, in denen er total ausrastet und niemand ihn beruhigen kann. Kurze Zeit später sei dann alles wieder gut.

Einen Tag vor der Tat, im Juli vergangenen Jahres, habe sie ihrem Noch-Ehemann dann am Telefon gesagt, dass sie nicht mehr mit ihm zusammen sein könne. Sie wollte sich scheiden lassen. „Er war sehr wütend“, gibt der Übersetzer die 29-Jährige wieder. Wie M. jedoch an einen Schlüssel zu ihrer Salzwedeler Wohnung gelangt ist, könne sie sich nicht erklären.

Trotz der Drohung in der Nacht des 17. Juli, M. könne ihr etwas antun, schrie die junge Frau. „Ich hatte so eine Angst“, sagt sie. Der Afghane soll zweimal in ihren Rücken gestochen und dann ihren Hinterkopf getroffen haben. Die junge Frau habe sich gegen die weiteren Angriffe des Angeklagten zur Wehr gesetzt. In Folge des Angriffs erlitt sie eine fünf Zentimeter lange Stichverletzung am Rücken und eine Stichwunde am Hinterkopf, außerdem mehrere Abwehrverletzungen an Händen und Unterarmen sowie ein Schädelhirntrauma ersten Grades.

Die alarmierte Polizei nahm den Afghanen sofort fest. Eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags sei noch nicht auszuschließen, so Gerichtssprecher Michael Steenbuck.

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