Bessere Information über Verbindung Ferchland-Grieben gefordert

Ärgerliche Fähren-Falle verschreckt Touristen

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Die Fähre ist eine wichtige Verbindung zwischen Altmark und Jerichower Land. Eine Hinweistafel informiert über die Fahrten. Fällt die Fähre aus, wird das kaum auf Wegweisern deutlich gemacht.

Grieben/Ferchland. Fährt sie oder fährt sie nicht? Diese Frage stellt sich bei der Fähre Ferchland-Grieben immer wieder.

Sie ist die erste der fünf mobilen Elbverbindungen zwischen Magdeburg und Wittenberge, die bei Hoch- oder Niedrigwasser den Betrieb einstellt, die Letzte, die ihre Arbeit wieder aufnimmt und zudem noch die teuerste. Als sei das nicht ärgerlich genug: Potenzielle Nutzer tappen oftmals in die Fähren-Falle, weil Wegweiser nicht, wie andernorts üblich, bei Ausfällen abgeklebt werden und so in die Irre weisen.

Werner Jacob ist das nicht nur einmal so ergangen. Und er hat auch beobachtet, wie radelnde Touristen hilflos am Anleger standen. Darum möchte der Tangerhütter CDU-Stadtrat, dass zumindest schneller und besser darüber informiert wird, wenn es mal wieder heißt: „Fährbetrieb vorrübergehend eingestellt“. Er schlug vor, einen entsprechenden Punkt auf die neue Internetseite der Einheitsgemeinde aufzunehmen.

Für Griebens Ortsbürgermeisterin, Rita Platte (Wählergemeinschaft Altmark-Elbe) scheinen derartige Klagen nicht neu. Sie empfahl, sich die Handynummer der Fähre zu besorgen und im Zweifel dort anzurufen. Für Fremde wäre eine solche Recherche schwierig, hielt Jacob dagegen. Und nach einem solchen frustrierenden Erlebnis würden sie künftig eher einen Bogen um die Einheitsgemeinde machen. Denn: Sowas spricht sich rum.

Die Fähre zwischen Ferchland und Grieben ist die kürzeste und schnellste Verbindung aus dem Raum Tangerhütte nach Brandenburg, Genthin und anderen Orten des Jerichower Landes. Sie wird nicht nur von Berufspendlern, die auf der anderen Flussseite arbeiten, gern genutzt. Besonders in der Sommerzeit ist sie auch eine Attraktion für Touristen, die auf dem Elberadweg unterwegs sind.

Die Fährverbindung hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Wie bereits im 18. Jahrhundert urkundlich erwähnt, waren Ferchland und Grieben auf diese Weise seit jeher eng verbunden. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Fährschiff versenkt. Zu DDR-Zeiten war der Betrieb über viele Jahre eingestellt. Erst nach der Wende konnte der Wunsch der Anrainer, die Verbindung wiederzubeleben, erfüllt werden. Im Jahr 1998 wurde in der Werft in Tangermünde ein neues Fährschiff gebaut und der Betrieb wieder aufgenommen. Der Versuch, das Geschäft zu privatisieren, scheiterte. Betreiber ist die Einheitsgemeinde Elbe-Parey.

Von Christian Wohlt

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