Ortschaftsrat will andere Anbindung an Flughafengelände

Ärger in Borstel: „Vorgehensweise ist inakzeptabel“

Eine alte Betonstraße könnte nach Ansicht des Ortschaftsrates Borstel eine bessere Anbindungsmöglichkeit zur ehemaligen Flugleitzentrale bieten.
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Eine alte Betonstraße könnte nach Ansicht des Ortschaftsrates Borstel eine bessere Anbindungsmöglichkeit zur ehemaligen Flugleitzentrale bieten.

Borstel – Der Ortschaftsrat Borstel hat bereits im Februar eine Vorlage zu einem Grundstücksverkauf am Flugplatzgelände abgelehnt.

Nach Angaben des Ortsbürgermeisters Karl-Heinz Krause habe es damals wie heute denselben Grund gegeben: Für die von der Verwaltung vorgeschlagenen Zuwegungsmöglichkeiten gebe es bessere Alternativen.

Anfänglich habe die Verwaltung Gesprächsbereitschaft bei diesem Thema signalisiert. Jedoch habe sie dann, wie einem Antrag des Ortschaftsrates zu entnehmen ist, ohne weitere Information entschieden, den beabsichtigten Grundstücksverkauf gegen den Willen des Ortschaftsrates und der Bewohner „durchzuziehen“. „Diese Vorgehensweise ist völlig inakzeptabel“, wird in dem Antrag erklärt.

Zum öffentlichen Anschluss an eine geplante Pension, die im Bereich der ehemaligen Flugleitzentrale entstehen soll, plane die Verwaltung, eine rund 500 Meter lange Schotterstraße durch den Wald zu verlegen. Wie dem Antrag des Ortschaftsrates zu entnehmen ist, habe sich der Wald im entsprechenden Bereich gut entwickelt. „Es wäre ein absoluter Naturfrevel“, ist dort weiterhin zu lesen. Derartigen Planungen werde der Ortschaftsrat nicht zustimmen, sofern es andere Alternativen gebe.

Eine davon sei es, eine öffentliche Zuwegung von anderer Stelle an der Osterburger Straße zu ermöglichen. Gegenüber des Betriebsgeländes eines örtlichen Straßenbauunternehmens befindet sich eine alte Betonstraße, die derzeit mit einem Tor und Ketten gesichert ist. Von ihrem Ende aus seien es nur rund 150 Meter, die bis zur ehemaligen Flugleitzentrale überbrückt werden müssten. Die notwendige Verlängerung könnte nach Angaben des Ortschaftsrates relativ kurzfristig realisiert werden. Außerdem sei diese Möglichkeit im Entwurf des Bebauungsplanes auch weitestgehend so vorgesehen.

Der größte Teil des B-Planes befinde sich auf dem Gebiet der Gemarkung Borstel, wie in dem Antrag erklärt wird. Deshalb hätten der Ortschaftsrat und die Einwohner ein besonderes Interesse an der Entwicklung des gesamten Flugplatzgeländes und aller Aktivitäten in dessen Bereich, da sie einen unmittelbaren Einfluss auf den Wohnstandort Borstel und die Lebensqualität der Bewohner habe. Dazu gehöre es auch, möglicherweise unnötige Straßen im Waldgebiet zu vermeiden, wie Krause auf AZ-Nachfrage erklärt. Es bestehe die Gefahr, dass auf jedem Weg, der neu angelegt wird, auch Müll abgelagert wird. Und wenn es gute Alternativen gäbe, müsse über diese auch nachgedacht werden, lautet die Forderung.

Der entsprechende Antrag des Ortschaftsrates wird am morgigen Mittwoch, 19. August, 17 Uhr, in der Sitzung des Wirtschaftsförderungs-, Vergabe- und Liegenschaftsausschusses der Hansestadt im Rathaus behandelt. VON STEFAN HARTMANN

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