64-jähriger Salzwedeler für Übergriffe auf seine Geschwister zu Bewährungsstrafe verurteilt

Acht Monate für Schläge und Tritte

Stendal / Salzwedel. An Heiligabend 2014 soll er seiner Schwester mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Auch sein Bruder soll unter Übergriffen gelitten haben. Gestern erhielt der 64-jährige Salzwedeler S. dafür die Quittung.

Das Landgericht Stendal verurteilte ihn zu acht Monaten auf Bewährung. Zusätzlich muss er 300 Euro an das Salzwedeler Hospiz zahlen.

Die Vorsitzende Richterin Simone Henze-von-Staden entschied, dass er sich der vorsätzlichen Körperverletzung schuldig gemacht hatte. Und das nicht nur an seiner Schwester, sondern auch an seinem Bruder. Mit beiden bewohnte er zu jener Zeit das Haus der gemeinsamen Mutter (AZ berichtete).

aus dem gericht

„Die Kammer entschied weiterhin, dass er den körperlichen Kontakt zu seinen Geschwistern in Zukunft meiden soll“, sagt Dr. Michael Steenbuck, Sprecher des Landgerichts. Zur Vorgeschichte: Bereits im Juli 2014 kam es in dem Langenapeler Haushalt zu einer gewalttätigen Ausein-andersetzung. „Das war ein Reflexschlag. Der hat mich provoziert“, sagte der Angeklagte in der Auftaktverhandlung am 1. Dezember.

Es sei um Geld gegangen. Kostgeld, was seine Schwester von ihm verlangt habe, S. aber nur an seine Mutter habe zahlen wollen. Das Resultat der Auseinandersetzung: Nasenbeinbruch, ein blaues Auge sowie eine Prellung des Unterarms.

In dem Streit mit seiner Schwester sei es augenscheinlich um die Planung der Weihnachtsfeierlichkeiten gegangen. Um zu verhindern, dass im Haus der Mutter gefeiert wird, soll S. einen entsprechenden Zettel an einer Wand angebracht haben. Aus einem Streit mit seiner Schwester habe sich an eine Rangelei entwickelt. Die Frau erlitt durch den Täter eine Kopfplatzwunde und eine Mittelgesichtsprellung. Der Beschuldigte ist seit August dieses Jahres in einer Fachklinik in Uchtspringe untergebracht. „Im Rahmen der Urteilsverkündung wurde keine weitere Unterbringung beschlossen“, sagt Steenbuck auf AZ-Anfrage. Auch sei dieser Fall in der Regel eine Angelegenheit für das Amtsgericht. „Die haben den Fall an das Landgericht übergeben, weil der Angeklagte zum Tatzeitpunkt vermindert schuldfähig hätte sein können.“ S. kann nun Berufung einlegen.

Von Mike Höpfner

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