Umweltminister stellt überarbeitetes Hochwasserschutzkonzept vor

„Absolute Sicherheit nicht möglich“

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Seit Oktober 2014 wird bei Fischbeck ein neuer Deich gebaut. Den Startschuss gab Ministerpräsident Reiner Haseloff persönlich.

ct Magdeburg/Altmark. Landesumweltminister Herrmann Onko Aeikens (CDU) hat ein ehrgeiziges Ziel. Bis 2020 sollen alle Hochwasserschutzanlagen im Lande den aktuellen DIN-Anforderungen entsprechen.

Bisher erfüllen erst knapp 53 Prozent der insgesamt 1312 Kilometer langen Deiche die Norm. Es gibt in den kommenden fünf Jahren also noch reichlich zu tun. Gestern legte der Minister das aktualisierte Hochwasserschutzkonzept des Landes vor.

Die Fassung aus dem Jahr 2010 wurde aufgrund der Erfahrungen der Flut 2013 überarbeitet. Neu sei zum Beispiel, dass der Elbabschnitt nördlich von Magdeburg stärker in den Fokus genommen wurde, erklärte Aeikens. Er spielte damit wohl auch auf den Treul-Deich bei Rogätz an, dessen schnellstmögliche Ertüchtigung der Tangerhütter Stadtrat und viele Anwohner vehement fordern. Zu den Schwerpunkten, die der Minister nannte, zählt dieser Abschnitt aber nicht.

Die begonnene Sanierung des Fischbecker Deiches und des Wehrs in Neuderben, gehören zu den Projekten, die ganz oben auf der Prioritätenliste des Landes stehen haben. Im Mai beginne die Rückverlegung des Deiches Sandau-Nord, wodurch 124 Hektar zusätzlicher Überflutungsflächen geschaffen werden. Bereits abgeschlossen seien die Maßnahmen zum Schutz der Stadt Havelberg.

Seit 2002 wurden in Sachsen-Anhalt mehr als 600 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert. Weitere rund 744 Millionen Euro werde die Umsetzung des aktuellen Schutzkonzeptes kosten. Eines stellte der Umweltminister aber klar: „Wir wissen nicht, was die Natur noch vor hat, 100-prozentige Sicherheit wird es nicht geben.“

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