Stadt: Picknick-Konzerte im Sommer kleiner Ausgleich für Absage

Roland in Stendal bleibt wegen Corona ohne Fest

Arbeiter bauen auf dem Markt in Stendal eine Bühne für das Rolandfest auf.
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Auf dem Marktplatz der Stadt Stendal bauen Arbeiter die Hauptbühne auf. Solche Bilder hat es dieses und vergangenes Jahr nicht gegeben. Corona verhinderte das Rolandfest.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Die Hansestadt Stendal bleibt auch 2021 wegen der Pandemie ohne Rolandfest. Zwei Konzerte in einigen Wochen sollen ein kleiner Trost sein. Was sowieso nicht wettzumachen ist: Durch die Absage fehlt die Generalprobe für den Sachsen-Anhalt-Tag 2022.

Stendal – Drei Tage traditionsreiches Rolandfest in Stendal, heute (11. Juni 2021) wäre es durch Roland und Ida sowie den Oberbürgermeister eröffnet worden. Doch Pustekuchen, die Stadt hat wegen Corona Anfang Mai endgültig die Reißleine gezogen. „Die Absage war leider alternativlos, da die geltenden Eindämmungsverordnungen bis heute eine Großveranstaltung wie das Rolandfest schlicht nicht zulassen“, konstatiert Rathaussprecher Armin Fischbach gestern auf Nachfrage der AZ. Und: „Wir haben wirklich bis zum spätesten Zeitpunkt, zu dem eine Organisation noch irgendwie möglich wäre, mit einer Absage gewartet.“

Rathaus: Absage alternativlos

Ein großes Stadtfest werde auch weiterhin dieses Jahr einfach nicht möglich sein. „Unser städtisches Veranstaltungsmanagement ist aber bereits in einer fortgeschrittenen Planungsphase für zwei Picknick-Konzerte im Klostergarten des Altmärkischen Museums, die in diesem Sommer stattfinden sollen und zumindest einen kleinen Ausgleich bieten werden.“ Die Konzerte sollen laut dem Stendaler Stadtsprecher am 17. Juli und am 7. August über die Bühne gehen.

Pandemie, das Geld und Sachsen-Anhalt

Der Hansestadt seien durch die Absage des Rolandfestes 2021 keine finanziellen Schäden entstanden. „Die Verträge, die bereits abgeschlossen wurden, wurden alle um entsprechende Rücktrittsregelungen ergänzt.“ Aber natürlich fehle mit dem Aus der 53. Auflage auch eine gewisse Testphase für den Sachsen-Anhalt-Tag, der im Juli nächsten Jahres in Stendal stattfindet. „Die Möglichkeiten einer inoffiziellen ,Generalprobe’ fallen damit weg. Jedoch sind das Rolandfest und der Sachsen-Anhalt-Tag ohnehin nur begrenzt miteinander vergleichbar, weshalb wir zuversichtlich sind, dass wir auch so ein hervorragendes Landesfest organisieren werden“, meint der Stadtsprecher gegenüber der AZ.

Schon im vergangenen Jahr wurde das Rolandfest pandemiebedingt gestrichen, und dann auch das in diesem Jahr. „Auch die aktuell geltende 13. SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung lässt bei einer anhaltenden Inzidenz unter 35 nur professionell organisierte Veranstaltungen mit höchstens 250 Teilnehmern im Freien zu. Bei anderen, professionalisierten Veranstaltungsstätten steigt das Teilnehmerlimit auf 500. Beides sind nicht einmal ansatzweise die Dimensionen eines großen Stadtfestes“, verdeutlicht Fischbach.

Natürlich wolle niemand den Veranstaltungskalender ohne Not von selbst begrenzen, die Stadtverwaltung zeigt sich optimistisch. Derzeit würden die Kollegen das Kinder- und Familienfest für den 18. September vorbereiten, heißt es aus dem Rathaus weiter. Auch der für den 3. Oktober geplante Handwerkermarkt solle doch bitte nicht ausfallen müssen. „Veranstaltungen, Konzerte und Volksfeste sind seit Bestehen der Menschheit ein integraler Bestandteil unseres Zusammenlebens. Sie fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt, das soziale Miteinander sowie das generelle Wohlbefinden der Menschen“, findet Fischbach auf Nachfrage auch einen fast philosophischen Ansatz.

In modernen Gemeinschaften kämen weitere Aspekte hinzu. „Beispielsweise sind öffentliche Festveranstaltungen auch wichtig für die publike Anerkennung von Kunst- und Kulturschaffenden, die in dieser Pandemie mit am stärksten eingeschränkt waren.“ Und nicht zu vergessen: „Auch die schlicht monetären Motive der Wirtschaftsförderung spielen hier mit rein.“ Zum Rolandfest kommen sonst alljährlich Tausende Besucher.

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