Adebars teure Hinterlassenschaft: Streit um Dachrinnen-Reinigung geht in Storchenstadt weiter

„Abhilfe mit vereinten Kräften“

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Storchennest auf den Dächern der "Storchenstadt" Werben.

Werben. Neue Runde im Streit um die Kosten für das Beseitigen der Hinterlassenschaften von Adebaren auf den Dächern der weltkleinsten Hansestadt.

Der „Storchenkot-Erlass“ sei gescheitert, ein verantwortlicher Mitarbeiter der Naturschutzbehörde beim Landkreis habe einen „Maulkorb“ verpasst bekommen und sei abgemahnt worden, berichtete Werbens Stadtoberhaupt vor einigen Tagen im Rathaussaal.

Wolfgang Tacke

Wolfgang Tacke hatte das Thema bereits Ende Juli im Stadtrat angesprochen, nachdem es Kritik an der Installation einer Nisthilfe auf dem Dach des sich in städtischem Besitz befindlichen Werbener Traditionshotels „Deutsches Haus“ gegeben hatte (AZ berichtete). Seinerzeit hatte der Bürgermeister „erfreut zur Kenntnis“ genommen, dass sich Landrat Carsten Wulfänger (CDU) mit dem Beseitigen der „Hinterlassenschaften von Storchennisthilfen nun grundsätzlich für das gesamte Kreisgebiet annehmen will“, teilte Tacke vor zwei Monaten mit, nachdem sein Vorschlag, die Feuerwehr für das Kotbeseitigen einzusetzen, vom Werbener Stadtwehrleiter Michael Nix, der zugleich Chef der Verbandsgemeinde-Wehr ist und für die stärkste Fraktion UWG im Stadtrat sitzt, kategorisch abgelehnt wurde.

Weil zwischenzeitlich die in vielen Teilen der Stadt erwartete Dachrinnenreinigung auch beim Beringen der Jungstörche nicht zustande gekommen ist, hat sich der Bürgermeister Anfang dieser Woche an die Leiterin des Verbandsgemeinde-Bauamts und an die die Verantwortliche für Arneburg-Goldbecks Gebäudemanagement mit der Bitte gewandt, „mit vereinten Kräften Abhilfe zu schaffen“. So erneuert Tacke seinen Vorschlag, die Feuerwehr in die Pflicht zu nehmen. Und bittet um Unterstützung, dass auf Wehr-Chef dahingehend Einfluss genommen werden soll. „Bitte unternehmen Sie doch als für die Feuerwehr zuständiger Verbandsgemeinde-Bürgermeister einen weiteren Anlauf, Herrn Nix dafür einzunehmen, mittels einer kleinen Übung, die Dachrinnen öffentlicher Gebäude, wie Schule und Salzkirche, zur Schonung der Gemeindekasse im Herbst von Storchenunrat befreien zu lassen“, heißt es in einer E-Mail Tackes an René Schernikau (parteilos).

So könnten „Kameraden aus Seehausen oder gar aus Osterburg“ herbeizitiert werden, um die Rinnen mit Hilfe der Drehleiter zu reinigen. Tacke: „Das wäre vermutlich der eleganteste Weg.“ Teuerster Weg für die Kommune Werben sei es, „letztlich die professionelle Reinigung durch einen Dachdeckerbetrieb – zu Lasten der ohnehin klammen Gemeindekasse“, gibt das Stadtoberhaupt zu bedenken.

Von Antje Mahrhold

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