Publikation aus dem Verkehrsministerium bejubelt „Visionen“ des Werbener Ex-Bürgermeisters

Abgewählter trumpft in Magdeburg auf

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„Einer der aktivsten Bürger ist der ehemalige Bürgermeister“, liest sich im „Demograf“ aus dem Ministerium.

tje Werben/Magdeburg. Teile der Einwohnerschaft in der weltkleinsten Hansestadt wundern sich über eine neueste Publikation aus dem Magdeburger Verkehrsministerium.

Wolfgang Tacke

In Ausgabe 25 der vom Referat 43 „Demografische Entwicklungen und Prognosen“ verantworteten Veröffentlichung namens „Demograf“, die im „IV.  Quartal 2017“ erschienen ist, wird die Kleinstadt im Norden der Ostaltmark von einem freiberuflichen Magdeburger Journalisten unter dem Titel „Werben – ein Ort zwischen Fall und Werden“ mit Wolfgang Tacke als Hauptprotagonisten vorgestellt. Wörtlich ist in dem Text, der die Reize der Altmark im Allgemeinen und die der Stadt Werben im Besonderen darstellt, davon die Rede, dass der gebürtige Niedersachse und Wahl-Werbener, der im Magdeburger Finanzministerium als Ministerialrat das Referat für Baukultur führt, „einer der aktivsten Bürger ist“. Diese Formulierung stehe im Widerspruch zu dem klaren Votum der Wähler, die den 64-Jährigen im vorigen November knapp ein Jahr nach dem Amtsantritt im Dezember 2016 vom Bürgermeisterstuhl enthoben hatten. 523 Werbener hatten ihre Stimme abgegeben. Etwa drei Viertel stimmten für die Abwahl (386), während 131 Wähler für Tackes Verbleib votiert hatten.

Kritik ruft in Werben und Umgebung auch eine Passage des Demograf-Artikels hervor, in dem aufgelistet wird, dass die „Mehrheit der alteingesessenen Werbener von Renten oder Geldern aus dem Sozialtopf der Allgemeinheit“ lebe. Dass diese Tatsache eine Werbener Besonderheit sei und nicht vielmehr Realität in vielen Orten der Republik, verärgert die Ostaltmärker.

„Wolfgang Tacke treiben Visionen“, verkündet der Autor dann im vorletzten Absatz, um eine Idee anzumoderieren, wofür viele Werbener schon seit Jahren kämpfen. Der „Bau einer kleinen Marina für Bootsenthusiasten“ ist für die Stadtväter kein neues Projekt, höchstens eines für das es, wie für andere auch, kein Geld in der Stadtkasse gibt. „Im Stadtrat geht es um die Beseitigung von Schlaglöchern und Alltagsprobleme“, wird dann schließlich noch beklagt – dabei sind Schlaglöcher für mit Schnellstraßen nicht verwöhnte Altmärker ein realer Riesenärger.

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