Verkehrsminister Webel lobt Kompromiss mit BUND in Sachsen-Anhalt

Das A14-Déjà-vu: Neue Klage, alte Argumente

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Autobahn-Bauleiter Steffen Kauert (r.) und Uwe Langkammer, Präsident der Landesstraßenbaubehörde, an der künftigen A 14-Brücke bei Cröchern.

Wittenberge/Magdeburg. Es klingt wie ein Déjà-vu. Die Umweltschutzorganisation BUND klagt gegen den A14-Lückenschluss. Begründung: vermeintlich fehlender Bedarf und nicht vertretbare Eingriffe in die Natur. Ein Ausbau der Bundesstraße würde ausreichen.

Das sind genau die Argumente, die den Autobahnbau in Sachsen-Anhalt viele Jahre lang ausgebremst hatten.

Doch diesmal geht es nicht um die Altmark. Der BUND Brandenburg zieht gegen einen geplanten Abschnitt in der Prignitz vor das Bundesverwaltungsgericht. Die Empörung bei den Autobahnbefürwortern ist groß. „Ich habe kein Verständnis für diese radikale Haltung“, schimpft der Stendaler Landtagsabgeordnete Hardy Peter Güssau. Eine Klage werde den Bau nicht verhindern, aber weiter verteuern. Das Landesverkehrsministerium versucht, den Ball flach zu halten.

Landesverwaltungsamtspräsident Thomas Pleye übergab vorige Woche den Planfeststellungsbeschluss (Stendal-Osterburg) an Verkehrsminister Thomas Webel.

Noch in der vergangenen Woche hatte Ressortchef Thomas Webel (beide CDU) seine Zuversicht bekräftigt, dass die A14 bis 2022 fertig wird. Für alle Abschnitte in Sachsen-Anhalt seien die Weichen gestellt. Für das fehlende Stück in Brandenburg könne er nicht sprechen. Minister Webel lobte in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit dem BUND-Landesverband, der sich jetzt konstruktiv in die Autobahnplanungen einbringe.

Bisher hatte der BUND Sachsen-Anhalt gegen jeden fertig geplanten Abschnitt geklagt und das Projekt so blockiert. Ende 2016 schlossen beide Seiten einen Kompromiss. Das Land sicherte weitere Naturschutzmaßnahmen im Rahmen des Autobahnbaus zu. Der BUND zog seine Klage gegen den Abschnitt Colbitz – Lüderitz zurück. Es wurde eine enge Abstimmung bei den weiteren Planungen vereinbart. Zuvor hatte das Bundesverwaltungsgericht bereits das Argument des fehlenden Bedarfs verworfen.

Bisher ist in Sachsen-Anhalt ein knapp fünf Kilometer langes Autobahnstück bei Colbitz befahrbar. Zwischen Colbitz und der künftigen Abfahrt Tangerhütte wird derzeit auf rund acht Kilometern gebaut (geplante Fertigstellung 2020). Das nächste Stück bis Lüderitz (15 Kilometer) ist in der Bauvorbereitung. Für den Abschnitt Stendal (Mitte) – Osterburg (16 Kilometer) liegt der Planfeststellungsbeschluss vor (AZ berichtete).

Von Christian Wohlt

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