Große Augen ums Häufchen

Hundekot: Stendal will mindestens für mehr Beutel sorgen

Mops Raena lebt in der Umgebung von Stendal und könnte Hundetoiletten in der Kreisstadt kennen. Wobei deren Zahl momentan noch recht überschaubar ist.
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Mops Raena lebt in der Umgebung von Stendal und könnte Hundetoiletten in der Kreisstadt kennen. Wobei deren Zahl momentan noch recht überschaubar ist.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Bei der angekündigten Aufstockung von Hundetoiletten könnte es allein auf mehr Tütenspender in Stendal hinauslaufen. Die Stadtverwaltung wägt die Möglichkeiten momentan noch ab.

Stendal – „Die benutzten Kotbeutel könnten in jedem öffentlichen Abfallbehälter entsorgt werden, die im Stadtgebiet zahlreich vorhanden sind und regelmäßig geleert werden“, erläutert Rathaussprecher Armin Fischbach auf AZ-Nachfrage. Letztendlich sei ein Tütenspender mit circa 180 Euro nun einmal wesentlich günstiger als eine Hundetoilette mit allem Drum und Dran, die annähernd 500 Euro kosten könne.

Wie viel Geld die Hansestadt insgesamt einsetzen werde, hänge schlichtweg vom Ergebnis der grundsätzlichen Überlegungen ab. „Aufgrund verstärkter Nachfragen und Hinweise auf konkrete Problembereiche wird die Notwendigkeit zur Erweiterung des Angebots erneut geprüft.“ Im Klartext: So manchem Bürger dürfte es seit Monaten und Jahren im wahrsten Sinne des Wortes stinken. Mehr als 3000 Hunde sind gemeldet, doch im gesamten Stadtgebiet gibt es gerade einmal vier dieser speziellen Behälter und die machen mitunter auch noch einen recht klapprigen Eindruck (die AZ berichtete).

Vorhandene Hundetoiletten bleiben erhalten - eine kommt hinzu

Zuletzt sollten und konnten die Hundeklos ob ihrer überschaubaren Zahl die Hundebesitzer nur an die Pflicht erinnern, die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge wegzuräumen. Dass Herrchen oder Frauchen oder wer auch immer in diesem Moment die Leine führt, einen eigenen Kotbeutel bei sich hat, halten in der Hanse- und Rolandstadt gerade die Ordnungshüter eigentlich für ziemlich selbstverständlich. Wer die Tretminen seines Hundes zurücklässt, riskiert ein Ordnungsgeld. Drei Hundetoiletten befinden sich am Westwall, einer beliebten Spazierstrecke, und eine an der Grabenstraße.

Alle vier Toiletten bleiben erhalten, eine weitere kommt hinzu aus dem Lager an die Frommhagenstraße, hier soll es einen direkten Hinweis gegeben haben. Und noch einmal: Welche Standorte darüber hinaus sinnvoll wären, prüfe das zuständige Fachamt. „Konkrete Hinweise sind für uns generell immer einfacher zu verarbeiten, da uns direkt Anhaltspunkte mitgegeben werden“, ist aus dem Rathaus zu hören. Inwieweit Kotbeutel tatsächlich in normalen öffentlichen Abfallbehältern landen sollten, bleibt abzuwarten. In einigen Kommunen hatte das aus verschiedenen Gründen zu Diskussionen geführt.

Wenn es um die Leistungen der Stadt geht, führen Bürger gern auch die Hundesteuer ins Feld. Doch wer es nicht weiß: Steuern sind nicht zweckgebunden und werden alle zusammen für die Deckung des Haushalts genutzt. „Es könnte also auch mehr oder weniger Geld für diesen Bereich ausgegeben werden“, bemerkt Fischbach. Zweckgebunden seien nur Gebühren, etwa jene für den Rundfunk oder die des Landkreises für die Abfallentsorgung. Die Hundesteuer richtet sich nach der Zahl angemeldeter Tiere. Für 2020 sind rund 182 000 Euro eingeplant, für 2021 etwas mehr als 183 000 Euro.

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