Bundesprogramm unterstützt Landkreis / Geld für Sprachkurse und Weiterbildung

800.000 Euro mehr für Migranten

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An der Gemeinschaftsunterkunft am Möringer Weg wird bald das runde Leder gekickt. Das Projekt „KadS“ will damit jungen und älteren Bewohnern ermöglichen, leichter Kontakte untereinander zu knüpfen.

Stendal. Der Landkreis erhält in den kommenden drei Jahren 800 000 Euro Fördermittel für die Unterstützung von Migranten und Asylbewerbern.

Mit dem Geld aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ sollen laut Angaben von Sebastian Stoll, zweiter Beigeordneter im Landkreis, Sprachkurse und Weiterbildungsmaßnahmen finanziert werden. „Diese Mittel verwenden wir ausschließlich im Migrationsbereich“, sagt Stoll auf Anfrage der AZ.

Von Januar bis April registrierte der Landkreis durchschnittlich 54 neu zugewiesene Asylbewerber im Monat. Somit ist bis zum Jahresende mit einem Anstieg der Asylbewerber- und Flüchtlingszahlen auf etwa 1200 Personen zu rechnen.

Auch auf Landesebene gibt es möglicherweise Pläne, wie auf diese Entwicklung reagiert werden kann. „Da bin ich sehr gespannt“, sagt Stoll, „denn es gibt Pläne, die Willkommenskultur auch finanziell zu untersetzen. Über konkrete Maßnahmen oder das geplante Finanzvolumen gebe es bislang keine Zahlen. „Es könnten verschiedene Ämter, die sich mit Migranten beschäftigen, zusammengelegt werden“, so der zweite Beigeordnete des Landkreises. Es sei auch im Gespräch, Asylbewerbern Sprachkurse zu finanzieren. Momentan werden Sprachkurse nur dann finanziert, wenn der Betroffene bereits eine Aufenthaltsgenehmigung hat und das Asylverfahren abgeschlossen ist. „Das soll sich ändern“, sagt Sebastian Stoll, weist jedoch gleichzeitig auf den großen finanziellen Aufwand hin, der mit dieser Planung einhergehe.

Vereine und Institutionen in der Rolandstadt beschäftigen sich teilweise schon seit einigen Jahren mit der Flüchtlingsproblematik und haben insbesondere für Kinder und Jugendliche Angebote geschaffen – so etwa Streetworkerin Kathrin Musold. Zusammen mit Sigrid Nellessen vom 1. FC Lok Stendal organisiert sie seit 2009 das Fußball-Projekt „KadS“ (Kinder auf der Straße). „Dadurch, dass in diesem Jahr viele Zuwanderer kommen, bieten wir bei schönem Wetter einmal pro Monat ein Fußball-Training an der Gemeinschaftsunterkunft an“, sagt Musold. Bislang werde zweimal wöchentlich in einer Sporthalle an der Erich-Weinert-Straße gekickt. Musold arbeitet auch mit dem Jugendmigarationsdienst zusammen. Zusammen stellen sie, zunächst bis zum 30. Juni, Sprachkurse auf die Beine und helfen benachteiligten Jugendlichen.

Von Mike Höpfner

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