Betrug: Weiteres Verfahren droht 

45-Jähriger soll sich 100.000 Euro erschlichen haben

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Dem wegen Wahlfälschung verurteilten Stendaler droht ein weiteres Verfahren.

Stendal – Wegen Wahlfälschung in rund 300 Fällen war Holger Gebhardt im März 2017 verurteilt worden. Derzeit büßt er seine zweieinhalbjährige Haftstrafe ab. Und schon bald könnte gegen den Stendaler ein weiteres Verfahren eröffnet werden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 45-Jährigen gewerbsmäßigen Betrug in 36 Fällen vor.

Im Zeitraum von Dezember 2012 bis Dezember 2016 soll Gebhardt immer wieder Arztrechnungen gefälscht haben, um sich so Leistungen einer großen, privaten Krankenkasse zu erschleichen. Mehr als 100 000 Euro soll sich der 45-Jährige auf diesem Wege steuerfrei angeeignet haben.

Die Rechnungen stammen vermeintlich von unterschiedlichen Leistungsträgern, teils aus Apotheken, der Physiotherapie-Abteilung des Stendaler Johanniter-Krankenhauses und zum überwiegenden Teil von einer Zahnärztin aus der Rolandstadt, heißt es dazu aus dem Gericht. Die Staatsanwaltschaft hatte im November 2018 Anklage gegen Gebhardt erhoben.

Im Stendaler Landgericht trudelte der Schriftsatz im Januar ein. Dort wurde kürzlich das sogenannte Zwischenverfahren eröffnet, bei dem geprüft wird, ob ein hinreichender Tatverdacht vorliegt, ob also die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung bei über 50 Prozent liegt.

Gebhardt habe bereits Kenntnis über den Inhalt der Anklageschrift erhalten, er hat nun die Möglichkeit, gemeinsam mit seinem Verteidiger Stellung zu nehmen und Vorwürfe auszuräumen, erklärt ein Sprecher des Landgerichts auf AZ-Nachfrage.

„Derzeit ist das Verfahren weder eröffnet noch terminiert“, heißt es weiter. Sollte die Kammer aber zu dem Schluss kommen, dass ein Tatverdacht hinreichend begründet ist, geht es für Gebhardt in die Hauptverhandlung. Die Dauer seines Gefängnisaufenthaltes könnte sich damit verlängern.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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