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365-Tage-Ticket: Bahnfan findet Modellprojekt unnötig

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Von: Lisa Maria Krause

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Start der Sommerferien in Mecklenburg-Vorpommern
Die Pläne des Landes, ein 365-Tage-Ticket zu testen, sind mit Blick auf den gewünschten Nachfolger des bundesweiten Neun-Euro-Tickets hinfällig, findet Bahnfan Stefan Heidelmann. © Stefan Sauer

Wie sinnvoll ist tatsächlich ein 365-Tage-Ticket und was soll es genau beinhalten? Viele Fragen sind noch offen zum vom Magdeburger Landtag geplanten Modellprojekt. Stefan Heidelmann, Bismarker Bahnfan und ehemaliges Mitglied des Fahrgastbeirats Sachsen-Anhalt, sieht die Idee gespalten, besonders mit Blick auf die Pläne der Bundesregierung.

Stendal - Im kommenden Jahr sollen zwei Modellregionen in Sachsen-Anhalt – eine ländliche und eine städtische – das 365-Tage-Ticket testen. Der Name ist bewusst gewählt, denn es steht noch nicht fest, ob es bei dem ursprünglich angedachten Preis von 365 Euro für ein Jahr bleibt.

Es könnte teurer werden als ein Euro pro Tag. Der Landkreis Stendal will schon einmal seinen Hut in den Ring werfen und hat sich als Modellregion beworben (AZ berichtete). Komplett negativ sieht Heidelmann das Ticket nicht: „Grundsätzlich ist das auch eine gute Idee.“

Aber: „Ich denke mal, das sollte sich erledigt haben.“ Denn die Bundesregierung hat mit ihrem nunmehr dritten Entlastungspaket ein bundesweites Ticket für den Öffentlichen Personennahverkehr angekündigt. Aufgebaut auf dem Erfolg des Neun-Euro-Tickets sollen die Verkehrsminister der Länder ein gemeinsames Konzept erarbeiten, wie das Ticket aussehen könnte. Für den Preis stellt sich der Bund einen Rahmen zwischen 49 und 69 Euro vor.

Für das Land Sachsen-Anhalt wäre das 365-Tage-Ticket kein gutes Modell, findet Heidelmann. Vorstellen kann der Bahnfan sich das Konzept aber für Gebiete wie Berlin, gemeinsam mit Brandenburg. Dort gebe es schon ein ähnliches Angebot für Senioren. Große Kritik erntet die Idee dafür, dass der Fahrschein nur für Sachsen-Anhalt gelten würde, sollte er eingeführt werden.

Heidelmann spricht von Grenzstaaterei, was den Dschungel aus Verkehrsverbänden nicht besser mache. Außerdem würde sich das Ticket aus seiner Sicht für 365 Euro im ländlichen Raum nicht lohnen. „Ein paar Mal nach Magdeburg, nach Stendal unterwegs“ von Hohenwulsch aus, das rechne sich nicht. „Sehe ich gespalten, ob sich das lohnt und finanzierbar ist“, sagt der ehemalige Fahrgastvertreter.

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