Urteil vor Gericht: Acht Monate Haft

29-Jähriger aus Stendal begeht vier Straftaten in nur einer Nacht

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Acht Monate Haft für 29-jährigen Straftäter.

Stendal. Ein 29-jähriger Mann aus Osterburg musste sich gleich wegen mehrerer Delikte vor Gericht verantworten.

Ihm wird fahrlässige Trunkenheit im Verkehr, Fahren ohne Fahrerlaubnis, der Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz und gegen das Betäubungsmittelgesetz zur Last gelegt.

Am 17. Dezember 2016 soll er sich mit einem nichthaftpflichtversicherten Mazda und unter Einfluss von Alkohol einer Polizeikontrolle entzogen haben. Bei der Flucht kam der 29-Jährige in einem Kreisel von der Fahrbahn ab und kurz darauf an einem Erdhügel zum Stehen. Die eintreffenden Polizeibeamten bemerkten, dass der junge Mann nicht im Besitz eines Führerscheines ist. Außerdem stellten sie eine Bong sowie ein Tütchen mit einer weißen Substanz sicher. Der Bluttest im Krankenhaus belegte einen Alkoholwert von 1,47 Promille sowie den Konsum von Amphetaminen. Als der Angeklagte daraufhin entlassen wurde, soll dieser sich kurzerhand den Deutz-Traktor seines Vaters geschnappt haben und damit zum besagten Kreisel gefahren sein, um das dort verunfallte Auto abzuschleppen. Auch der Traktor war nicht versichert, eine Fahrerlaubnis besaß der 29-Jährige dafür ebenfalls nicht.

Aus dem Gericht

Kurz bevor er mit Traktor und Pkw im Schlepptau zu Hause ankam, wurde er erwischt – und das von denselben Polizeibeamten. Die „Wiedersehensfreude“ war dementsprechend groß. Erneut wurde im Krankenhaus Blut abgenommen, diesmal mit einem Wert von 0,8 Promille.

Der arbeitslose Kfz-Service-Mechaniker hatte zum Tatzeitpunkt Bewährungsauflagen zu erfüllen. Auch lagen diverse Vorstrafen vor, unter anderem wegen Brandstifterei und unerlaubtem Entfernen vom Unfallort. Im Prozess vor dem Amtsgericht entschied die zuständige Richterin, dass eine Haftstrafe von acht Monaten unumgänglich ist. Gegen das Urteil vom 10. Mai legte die Anwältin des 29-Jährigen Berufung ein.

In der Berufungsverhandlung diese Woche vor dem Landgericht gab der Angeklagte zu, dass er seit Jahren unter einem Drogen- und Alkoholproblem leide. So stand er auch am Prozesstag unter Einfluss von Amphetaminen. Ein Gerichtsmediziner musste daher die Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten überprüfen. Das Gutachten des Experten belegte an diesem Tag, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt nicht unzurechnungsfähig war und sein Handeln durchaus hätte einschätzen können. Da der Angeklagte schon mehrfach gegen Bewährungsauflagen verstoßen habe und laut Staatsanwaltschaft „eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer darstellt“, sah die Strafkammer 10 keine Gründe, die eine mildere Strafe rechtfertigen würden. Damit brachte die Berufung für den 29-Jährigen keinen Erfolg.

Von Charlotta Spöring

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