Förderverein holte Gutachten ein

28.000 Euro notwendig: Altar in Stendals Marienkirche vom Zerfall bedroht

Die Weihnachtsgeschichte auf dem unteren katholischen Teil des Altares.
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Die Weihnachtsgeschichte auf dem unteren katholischen Teil des Altares.

Stendal – Der Altar in der Marienkirche sei restaurationsbedürftig und drohe langfristigen unwiederbringlichen Schaden davon zu tragen, so Bärbel Hornemann, Fördervereinsvorsitzende von Glocken St. Marien Stendal.

Ein ausführliches Gutachten beschreibe Kosten in Höhe von 28.000 Euro, die für die Restauration notwendig seien.

Die Festtagsflügel waren in der Vergangenheit ständig offen und seien nun deswegen nicht mehr zu schließen. Die Flügel sollen sich, weil sie ständig geöffnet waren, mit den Jahren gesenkt haben. Die Scharniere seien verbogen und der Rahmen verzogen. Die Malereien, auch auf der Rückseite der Tafeln, lösen sich. Bei Erschütterungen oder Druck könne es zu einem unwiderruflichen Verlust der Werke kommen. Die Flügel werden deswegen fortan dauerhaft geöffnet bleiben müssen.

Früher sei der Altar zu verschließen gewesen. Wie ein Buch habe er dann auch wieder geöffnet werden können, führt Hornemann weiter aus. Der untere Teil sei katholisch und der obere Teil evangelisch. Weitere Bilder zum Auffächern seien auf der Rückseite vorhanden. Eine Verwendung dieser Bilder werde in Zukunft, auch nach der anstehenden Restauration, nicht mehr möglich sein. Eine Überarbeitung sei dringend notwendig um das Erbe der Vergangenheit zu bewahren.

Im 14. Jahrhundert sei Stendal eine der größten Städte mit etwa 1300 Einwohnern gewesen. Deswegen seien in vielen Gebäuden und gerade in Kirchen noch wertvolle Kunstwerke erhalten. Die Rolandstädter haben sich damals einiges geleistet. Der Altar selbst sei aus dem Jahr 1471 und damit etwas mehr als 500 Jahre alt. Das massive Eichenholz habe die Jahre überdauert, die Malereien drohen nun aber verloren zu gehen. Deswegen braucht der Förderverein Unterstützung.

VON SIMON GERSTNER

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