27-Jähriger in Stendal verurteilt

Bewährungsstrafe für sexuellen Missbrauch

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Symbolfoto

arz Stendal/Gardelegen. Ein Jahr und zehn Monate auf Bewährung: So lautet gestern das Urteil gegen einen 27-Jährigen, der sich vor dem Landgericht Stendal wegen sexuellen Missbrauchs seiner zur Tatzeit vierjährigen Tochter zu verantworten hatte.

Damit blieb die Große Strafkammer 3 unter Vorsitz von Richter Ulrich Galler unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die hatte ein Jahr und zehn Monate gefordert. Vier Jahre Haft dagegen hatte die Vertreterin der Nebenklage, der Mutter der Tochter, beantragt. Der Verteidiger des Mannes plädierte auf Freispruch, weil seinem Mandaten keine Straftaten nachgewiesen werden konnten – „weil es sie nicht gab“. Er sei überzeugt, dass die Taten nicht passiert seien, „sonst hätte ich als Vater von vier Kindern das Mandat nicht genommen“, sagte der Anwalt in der gestrigen Verhandlung.

Ein Gutachter hatte dem Angeklagten eine Lernbehinderung attestiert, die seine Intelligenz mindere. Dennoch sei dem Beschuldigten, der in einer Einrichtung für Behinderte arbeitet, bewusst, dass die ihm vorgeworfenen Körperverletzungen und sexuellen Kontakte zu seiner Tochter verboten seien. Laut Anklage habe der 27-Jährige in 18 Fällen vor seiner Tochter masturbiert und sie danach geschlagen. Die Taten sollen sich in der Zeit zwischen September und Oktober 2010 ereignet. Im August 2011 hatte der Angeklagte bei der Polizei ein „umfassendes Geständnis abgelegt, in der Hauptverhandlung allerdings nicht ausgesagt“, wie die Staatsanwaltschaft betonte. Sie glaubte ebenso wenig wie das Gericht, dass der Mann zu diesem Geständnis von seiner „dominanten Schwiegermutter“ gedrängt worden sei.

In der Urteilsbegründung sagte Richter Galler, die Kammer sei überzeugt, dass es „zu den Taten gekommen ist“. Für den Angeklagten habe sein Geständnis gesprochen, obwohl er es später widerrufen habe. Zudem gilt er als unbescholten. Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die Strafe nicht auf, sondern auf drei Jahre zur Bewährung auszusetzen.

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