„Er hat aus seinen Fehlern gelernt“

26-Jähriger aus Stendal wegen Handels mit Betäubungsmitteln in 158 Fällen angeklagt

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Das Verfahren wird am Landgericht neu aufgerollt. 

cha Stendal. In 158 Fällen soll ein 26-jähriger Stendaler Drogen beschafft und durch deren Weiterverkauf Gewinn erzielt haben. Zum Teil sollen seine „Kunden“ sogar minderjährig gewesen sein.

Das Amtsgericht Stendal hatte den 26-Jährigen bereits im Dezember 2017 zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, welche zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Zudem war eine Geldstrafe in Höhe von rund 1000 Euro erhoben worden. Gegen das Urteil waren Angeklagter und Staatsanwaltschaft jedoch in Berufung gegangen, weshalb das Verfahren nun am Stendaler Landgericht neu aufgerollt wird. Es könne durchaus sein, führte der Vorsitzende Richter Gundolf Rüge aus, dass den Angeklagten nun eine höhere Strafe erwartet. Denn das Urteil des Amtsgerichtes sei unzureichend begründet worden und „würde einer Rechtsprüfung nicht standhalten“, so auch die Staatsanwältin.

Der 26-Jährige soll sich mit dem Verkauf von Marihuana, Amphetaminen, Ecstasy und Psilocybinhaltige Pilze, bekannt als Magic Mushrooms, vor allem den eigenen Drogenkonsum finanziert haben. Im Tatzeitraum, der sich über das Jahr 2016 erstreckt, lebte der Angeklagte von Arbeitslosengeld II. Nach Aussage seines Anwalts soll der Angeklagte ein „massives Drogenproblem“ gehabt haben, was dieser nun durch ein Gutachten beweisen möchte. Erst durch den Aufenthalt in einer Suchtklinik konnte der Hang zum Drogenmissbrauch nach Ausführungen des Anwalts effektiv bekämpft werden. Sein Mandant habe eine „Kehrtwende“ gemacht: Er habe nicht nur den Drogen vollständig den Rücken gekehrt. Auch befinde sich der Stendaler seit Januar dieses Jahres in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. „Er ist auf einem guten Weg und hat aus seinen Fehlern gelernt“, findet der Anwalt. Das Verfahren wird im Juli fortgesetzt.

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