Gewerkschaft will dem „personellen Notstand“ mit zwei Ideen entgegenwirken

2500 Polizisten weniger

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Die Gewerkschaft fordert unter anderem unbefristete Arbeitsverträge für Wachpolizisten in Sachsen-Anhalt.

mei Magdeburg / Altmark. Mit zwei Ideen will die Polizeigewerkschaft dem steigenden Personalnotstand in Sachsen-Anhalt entgegenwirken.

Derzeit sind landesweit 5700 Beamte im Dienst, und das bei 2,24 Millionen Einwohnern, beklagt die Gewerkschaft und verweist auf Brandenburg, wo 7500 Polizisten bei 2,5 Millionen Einwohnern beschäftigt sind.

So hält die Gewerkschaft nichts davon, dass die vorübergehende personelle Verstärkung durch sogenannte Wachpolizisten auf zwei Jahre begrenzt wurde, sodass das Arbeitsverhältnis der ersten 20 Wachpolizisten Ende April dieses Jahres endet. Dies ist nach Angaben von Gewerkschaftschef Wolfgang Ladebeck „ein Musterbeispiel für eine sachgrundlose Befristung“. Man brauche diese Kräfte dauernd, deshalb müsse das Beschäftigungsverhältnis unbefristet sein. Wachpolizisten würden insbesondere für Geschwindigkeitskontrollen und das Begleiten von Schwertransporten gebraucht.

Nach Gewerkschaftsangaben gab es 2008 noch 8200 Polizisten in Sachsen-Anhalt. Das bedeutet, dass inzwischen mehr als 2500 Stellen gestrichen wurden. „Seitdem gibt es einen enormen personellen Engpass in allen Bereichen der Landespolizei, die Arbeitsbelastungen sind kaum noch zumutbar“, resümiert Ladebeck.

Eine zweite Möglichkeit, dem Personalmangel entgegenzuwirken, sieht die Gewerkschaft darin, denjenigen, die freiwillig länger arbeiten wollen, dies auch zu ermöglichen. Polizeibeamte können ihren Dienst um drei Jahre verlängern, derzeit würde aber jeder entsprechende Antrag aus haushälterischen Gründen abgelehnt.

Ladebeck: „Wir fordern die Landesregierung auf, die Beschäftigung der Wachpolizisten zu verlängern und die freiwillige Verlängerung der Dienstzeit zu genehmigen, sonst wird langfristig die öffentliche Sicherheit und Ordnung so nicht mehr gewährleistet werden können.“

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