23-jähriger Stendaler muss sich vor Gericht wegen versuchter räuberischer Erpressung verantworten

„Ich kann den einfach nicht ab“

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Symbolfoto

ohe Stendal. Ein 23-jähriger Stendaler muss sich seit gestern wegen versuchter räuberischer Erpressung vor dem Landgericht der Rolandstadt verantworten. Gemeinsam mit zwei weiteren Tätern soll er im September 2011 sein Opfer geschlagen und bedroht haben, ihm den Wohnungsschlüssel auszuhändigen.

Dort wollten der Angeklagte und seine Komplizen dann Wertgegenstände wie Play-Station und die dazugehörigen Spiele entwenden.

So ganz einfach dürfte die Wahrheitsfindung für Richterin Simone Henze von Staden nicht werden. Zu lückenhaft sind die Erinnerungen des Beschuldigten, der die Schläge und Tritte gegen sein Opfer gestern durchaus einräumte. „Ich kann den einfach nicht ab“, sagte der Stendaler. Vor geraumer Zeit hätten sie gemeinsam einen Raub begangen, erklärte der Angeklagte weiter, für den sich nur er vor Gericht habe verantworten müssen. Sein Opfer stehe bei ihm also in der Schuld. In jenem September 2011 trafen sie in der Wohnung eines Bekannten aufeinander und unter dem Einfluss von Alkohol sei die Situation dann eskaliert.

Was genau ereignete sich also vor knapp zwei Jahren? Der Angeklagte, der bei Gericht kein unbeschriebenes Blatt ist, und seine beiden Komplizen waren nach einer Party-Nacht gegen vier Uhr morgens auf dem Weg zur Wohnung eines weiteren Bekannten. Warum wusste der Angeklagte gestern nicht mehr so genau. Vermutlich um „weiter zu trinken“, gab er zu Protokoll. In der Wohnung waren neben dem später Opfer auch noch weitere Personen, die zunächst begrüßt wurden. Dann habe er irgendwann auf den 24-Jährigen eingeschlagen. Ins Gesicht, ein- oder zweimal, sagte der Beklagte. Dann sei man irgendwann auf die Idee gekommen, den Haustürschlüssel des Opfers einzufordern, um so Playstation und andere Wertgegenstände aus der Wohnung des Opfers zu klauen. „Er hat gesagt, der Schlüssel liege bei einem Kumpel“, erklärte der Angeklagte.

Also sei man mit dem Auto eines der Mittäter dann zu viert losgefahren. Mittlerweile war es 8 Uhr in der Früh. Den Bekannten des Opfers, der angeblich im Besitz des Wohnungsschlüssels sein sollte, traf man dann zufällig beim morgendlichen Spaziergang. Als der Angeklagte den Wagen verlassen hatte, um sich nach dem Hausschlüssel zu erkundigen, versuchte das Opfer aus dem Wagen zu flüchten, wurde nach eigenen Angaben aber durch Tritte von einem der Mittäter und vom zurückeilenden Angeklagten daran gehindert.

Das Opfer selbst bestätigte dann die Aussage des beschuldigten Stendalers weitestgehend, widersprach jedoch in dem Punkt, mit dem Angeklagten durch den Raub eine gemeinsamen kriminellen Vergangenheit zu haben. Zudem sagte er aus, dass der Beschuldigte ihn mit einem Messer bedrohte: „Er hat damit rumgefuchtelt.“ Eine Aussage, die der 23-Jährige zuvor auf Nachfrage der Richterin bestritt. Wo das Messer herkam und wo es abgeblieben ist, konnte das Opfer jedoch nicht sagen. Eine Bierflasche sei ebenfalls noch geworfen worden und hat den 24-Jährigen im Gesicht getroffen. Wer diese warf, blieb ebenfalls unklar. Zu groß waren die Gedächtnislücken.

Die Verhandlung soll am morgigen Donnerstag fortgesetzt werden.

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