Lars E. muss sich in Stendal gleich für drei Straftaten verantworten

21-Jähriger schlägt mit Eisenstange auf Zugebegleiter ein

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Am Bahnhof in Hohenwulsch stieg der Angeklagte Lars E. am 1. November 2015 in den Zug nach Stendal.

Hohenwulsch/Stendal. Am Stendaler Landgericht muss sich seit heute verantworten, die er im Herbst des vergangenen Jahres innerhalb von nur zehn Tagen verübt haben soll. Die letzte dieser angeklagten Taten ereignete sich am 1. November 2015 im Zug von Hohenwulsch nach Stendal.

Nachdem der Vorsitzende Richter Ulrich Galler alle Prozessbeteiligten begrüßt hatte, verlas die Staatsanwältin die erste von insgesamt drei Anklagen. Demnach soll der 20-Jährige am 1. November einen Zugbegleiter in der Regionalbahn zwischen Hohenwulsch und Stendal mit einer Eisenstange attackiert haben. Dies passierte laut Anklage, als der Zugbegleiter die Fahrkarte des 20-Jährigen kontrollieren wollte, der aber als Schwarzfahrer unterwegs war. Da er auch keinen Ausweis dabei hatte, forderte ihn der Schaffner auf, in Kläden auszusteigen. Als E. das nicht tat, wollte der Mann die Polizei verständigen. Aber in dem Moment, als er sich von E. abwandte, schlug der Angeklagte mit einer circa 50 Zentimeter langen Eisenstange auf den Kopf und dann auf die Schulter des Schaffners ein. Einen dritten Hieb konnte der Mann abwehren und seinen Angreifer auf die Nase schlagen.

Um einen Notruf abzusetzen, entfernte sich der Schaffner, aber E. lief ihm nach. Schließlich konnte sich der Schaffner retten, indem er eine Zwischentür verriegelte. Auch gegen diese Tür prügelte der Angeklagte mit der Stange. Überwinden konnte er sie nicht, weswegen er die Notbremse löste, um vor Stendal aus dem Zug zu springen.

Verhandelt werden zwei weitere Taten, darunter eine ähnliche Attacke gegen eine Schaffnerin in Schönebeck. Auf Frage des Vorsitzenden legte der 20-Jährige ein Geständnis ab. Er sei schwer vergiftetet gewesen, da er sich mit der Einnahme von speziellen Samen töten wollte.

Als erster Zeuge wurde der Zugbegleiter gehört. Der Mann war durch die Attacke am Kopf und an der Schulter verletzt worden. Der Prozess wird am 15. März fortgesetzt.

Von Niels Troelenberg

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