Verkehrsminister appelliert an Umweltschützer, Bürgerwillen zu akzeptieren

2017 auf neuer Autobahn bis Stendal

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Symbolfoto

Stendal/Magdeburg. Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) versichert, dass die A 14-Nordverlängerung zügig umgesetzt wird – sobald die juristischen Auseinandersetzungen abgeschlossen sind. Für den eigentlichen Streckenbau würden jeweils etwa drei Jahre benötigt. „Bis 2017 werden wir auf der neuen Autobahn bis Stendal fahren können“, sagte er gestern im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. Das Gesamtprojekt Magdeburg-Schwerin soll 2020 fertig sein.

Gebaut wird bereits an zwei Abschnitten bei Colbitz und Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern). Zwei weitere Stücke in Sachsen-Anhalt (Colbitz-Dolle und Dolle-Lüderitz) sind fertig geplant. Dem Baubeginn stehen aber mehrere Klagen, hauptsächlich der Umweltschutzorganisation BUND, entgegen. Erst 2014 will das Bundesverwaltungsgericht darüber befinden. Jedes Jahr Bauverzug kostet den Steuerzahler laut Webel ca. 25 Millionen Euro. Er ist optimistisch, dass die Richter die Planfeststellungsbeschlüsse bestätigen werden. Anlass zur Zuversicht gebe ein ähnliches Verfahren im Land Brandenburg vom Frühjahr dieses Jahres. Am betreffenden Abschnitt bei Karstädt rollen jetzt die Bagger an.

Wie dort würden auch bei den Planungen in Sachsen-Anhalt Umweltschutzaspekte eine ganz besondere Rolle spielen. „Wir bauen die grünste Autobahn Deutschlands“, machte der Minister erneut deutlich.

Dem BUND wirft der Minister eine Verzögerungstaktik vor und appelliert an die dortVerantwortlichen, den Bevölkerungswillen und die geltenden Gesetze zu respektieren. Selbst die Landesvorsitzende, Undine Kurth (Grüne), habe dem Projekt A 14-Lückenschluss im Jahr 2002 im Bundestag zugestimmt. Ein alternativer Ausbau der Bundesstraßen, wie vom BUND jetzt gefordert, würde erneut einen Bundestagsbeschluss erfordern, der nicht vor 2015 zu erwarten sei, machte der Minister deutlich.

Von Christian Wohlt und Arno Zähringer

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