Stadtrat muss über den letzten Willen Arno Felsers entscheiden

200000 Euro für die Stadt

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Die linke Doppelhaushälfte gehört zum Erbe, dass der verstorbene Arno Felser der Hansestadt Stendal hinterlassen will.

Stendal. Am Montag wurde im Stendaler Stadtrat im nichtöffentlichen Teil bekannt, dass der zu Lebzeiten umstrittene Zentrumspolitiker Arno Felser († 2010) der Hansestadt Stendal ein Erbe hinterlassen will. Es geht um ein Vermögen von rund 200 000 Euro.

Gut 90 000 Euro Barvermögen und eine Doppelhaushälfte in Uenglingen im Wert von ungefähr 110 000 Euro soll der Verstorbene als letzten Willen der Stadt hinterlassen wollen, heißt es nach AZ-Informationen. Dafür stehe die Familie des verstorbenen Gymnasiallehrers, insbesondere der Bruder Peter Felser mit der Stadt seit mehreren Monaten in Kontakt. Noch liege dem Stadtrat nichts Schriftliches vor, heißt es aus den unterschiedlichen Fraktionen. Doch schon jetzt wird darüber debattiert, ob die Stadt das Vermögen annehmen soll oder es in andere gemeinnützige Hände fließen wird. SPD-Stadtratsfraktions-Vorsitzender Reiner Instenberg, der schon länger über Felsers letzten Willen Bescheid wusste, erklärte der AZ, dass er auf dem jüngsten Hauptausschuss am 28.  November vorgeschlagen hätte, das Vermögen der Altmärkischen Bürgerstiftung Hansestadt Stendal zukommen zu lassen. Vor allem deshalb, weil die Stiftung dringend eine Kapitalerhöhung bräuchte, da sie lediglich Gelder aus den Zinseinnahmen verwenden kann. Außerdem würde hier das Geld besser angelegt werden als bei dem Modell des Schumacher-Erbes, da nicht jährlich Beträge ausgezahlt würden, die an den umstrittenen Zentrumspolitiker erinnern, der dem Stadtrat und dem Gymnasium so viel Schaden zugefügt hätte. Zudem stehe die ganze SPD-Fraktion hinter diesem Vorschlag. Aus dem Vorstand der Bürgerstiftung heißt es unterdessen, dass sie Kapital von jeder Seite her annehmen würde.

Der Bruder des Verstorbenen, Peter Felser, wollte gegenüber der AZ die Details zum Erbe weder bestätigen noch dementieren. Auch aus dem Büro des Stendaler Oberbürgermeisters Klaus Schmotz heißt es nur über Pressesprecherin Sybille Stegemann, dass der Oberbürgermeister zu keiner Aussage bereit sei.

Der Gymnasiallehrer Arno Felser soll zu Lebzeiten seine Kollegin und ehemalige Lebensgefährtin nach der Trennung verfolgt und bedroht haben, ihr diffamierende Briefe geschrieben und auf ihren Namen bestimmte Dienstleistungen und diverse Waren bestellt haben. Felser war aus dem Schuldienst verwiesen und von einem Gericht zu einer Geldstrafe von 13 300 Euro verurteilt worden.

Von Oliver Nowak

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