Juni-Hochwasser: Agrargenossenschaft – Insel mit mehr als 1400 Tieren

100.000 Liter Milch bei Juni-Hochwasser vernichtet

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Die Kälber stehen und liegen gern auf weichem Stroh. Während des Juni-Hochwassers war die Agrargenossenschaft „Schwarzbuntzucht“ in Fischbeck von Wasser umgeben. Der Naturstoff wurde knapp.

xp Fischbeck. Die Bauanträge waren bewilligt, grünes Licht für EU-Fördermittel gegeben. Der Startschuss für den Aus- und Umbau der Milchviehanlagen der Agrargenossenschaft „Schwarzbuntzucht“ in Fischbeck sollte am 10. Juni 2013 fallen.

Das war der Tag, an dem in rund zwei Kilometern Luftlinie der Elb-Deich brach. 680 Milchkühe und 730 Jungtiere führt der Betrieb aktuell. „Wir haben uns damals entschieden, mit den Tieren hier zu verbleiben“, erinnert sich Geschäftsführer Michael Briest. Zunächst waren es sieben Mitarbeiter, die sich während der Flut vor Ort kümmerten, später sogar neun. Sie kamen nur noch mit einem Boot zum Betrieb. Glück im Unglück: „Das Wasser kam bis zur Schwelle der Stallanlagen. “ Die Tiere konnten auf trockenem Stroh stehen. Der Vorrat an jenem Naturstoff hielt nicht ewig. Zehn Tage nach der Katastrophe konnte Abhilfe geleistet werden. „Kollegen von der Westseite der Elbe haben uns geholfen und uns mit Stroh beliefert."

Und trotzdem: 100 000 Kilogramm Milch mussten in den ersten sechs Tagen weggeschüttet werden. Ein wirtschaftlicher Schaden von etwa 300 000 Euro. „Die Lkw mit den Tanks kamen nicht an uns heran. Wir hatten Arbeit, Mühe und Kosten, aber kein Milchgeld“, beschreibt Briest die Situation. Da greift auch keine Versicherung. Als das Wasser etwas zurückgegangen war, wagte sich ein Traktorist auf den Weg. „Wir hatten einen Tankanhänger bekommen und fuhren die Milch auf eigene Gefahr über die Elbbrücke in Richtung Stendal.“ Die Bundesstraße 188 stand zu diesem Zeitpunkt immer noch über einen Meter unter Wasser. „Die Auffahrt haben wir vermieden und fuhren die Abfahrt von Fischbeck aus hoch.“

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