Ministerium sieht Zahl in der Praxis unausgeschöpft

Bis zu 1000 Menschen: Land lässt Flüchtlingsplätze unverändert

Die Arbeiten kommen voran. Das Flüchtlingsheim in der Kreisstadt Stendal soll Ende 2022 fertig sein.
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Die Arbeiten kommen voran. Das Flüchtlingsheim in der Kreisstadt Stendal soll Ende 2022 fertig sein.

Stendal – Die Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) für Asylsuchende in Stendal entsteht wie vorgesehen. „Das Bauvorhaben wird weiterhin mit bis zu 1000 Plätzen geplant“, informiert Nancy Eggeling auf Nachfrage der AZ.

„Diese Brutto-Kapazität kann in der Praxis aufgrund der bei einer Belegung zu berücksichtigenden unterschiedlichen Ethnien, Religionszugehörigkeiten, Familiengrößen sowie Reinigungs- und Sanierungsbedarfen regelmäßig bei Weitem nicht ausgeschöpft werden“, erläutert die Sprecherin des Innenministeriums in Magdeburg.

Im Klartext: Die Zahl ist zunächst vor allem eine technische Größe. Wie viele Hilfe suchende Menschen tatsächlich in gut zwei Jahren an der Gardelegener Straße einquartiert werden, kann schwanken und bleibt abzuwarten.

Die LEA in der altmärkischen Kreisstadt soll die Nebenstelle der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber in Halberstadt sein, bekannt auch unter der Abkürzung ZASt. Unverändert lässt das Land auch die Ausrichtung der Nebenstelle. „In Stendal sollen zukünftig vorwiegend vulnerable Personen, insbesondere allein und allein mit Kindern reisende Frauen und Familien mit kleineren Kindern, untergebracht werden“, führt Eggeling weiter aus. Der Begriff Vulnerabilität bedeutet übrigens so viel wie Verwundbarkeit oder Verletzbarkeit. „Nach der EU-Aufnahmerichtlinie ist es erforderlich, den besonderen Bedürfnissen schutzbedürftiger Personen während des gesamten Asylverfahrens insbesondere auch baulich durch die Einrichtung abgeschirmter Rückzugsbereiche Rechnung zu tragen.“

Die tatsächliche Belegung hänge natürlich nicht zuletzt auch vom jeweiligen Bedarf ab, der wiederum maßgeblich von den aktuellen Zugangszahlen, der Anerkennungsquote des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auf Schutzanträgen sowie der Dauer der Verfahren gegen die Nichtanerkennung von Anträgen bestimmt werde. 2015/16 hatte Europa mit einer Flüchtlingskrise zu kämpfen, die Zahlen sind danach deutschlandweit spürbar gesunken. Das Ziel, die Zahl der Plätze in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes bis Ende 2017 zu halbieren, sei erreicht worden. Und Eggeling noch einmal für das Land: „Die Unterbringungskonzeption des Landes Sachsen-Anhalt sieht mittelfristig die Unterbringung an zwei Standorten vor, Hauptstandort Halberstadt und Nebenstelle Stendal.“  

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