„Besorgte Bürger“ vermuten kontaminiertes Erdreich auf Gelände der künftigen Tagespflege

Ziebarth: „Es gibt keine Altlasten“

„Besorgte Bürger“ kritisieren, dass hinsichtlich des Neubaues einer Tagespflege in der Wischestadt „kein Aushang des Bauvorhabens sichtbar ist“. Karl-Heinz Ziebarth von der Grundstücksverwaltungsgesellschaft Seehausen: „Es ist ein Schild aufgestellt.“

Seehausen. Das Objekt für betreutes Wohnen mit Tagespflege und Sozialstation an der Arendseer Straße in Seehausen nimmt Formen an.

Ende nächster Woche stehe die Gebäudehülle, in der zweiten Septemberwoche soll Richtfest gefeiert werden, kündigt Karl-Heinz Ziebarth, einer der Investoren, an.

Die Fertigstellung sei am 1. Mai des nächsten Jahres vorgesehen. Bauherr für die Tagespflege „Am Stadtgraben“ ist der DRK-Kreisverband „Östliche Altmark“. Als Bauträger fungiert die Grundstücksverwaltungsgesellschaft Seehausen, der Ziebarth angehört.

„Besorgte Bürger der Stadt Seehausen“, die sich allerdings namentlich nicht zu erkennen geben, wandten sich in einem Schreiben an die AZ. Darin heißt es unter anderem: „Es ist kein Aushang des Bauvorhabens sichtbar, unserer Meinung nach müssten Bodenproben auf diesem Gelände durchgeführt worden sein, da sich hier Altlasten befinden können. Ist dies durchgeführt worden? Die Stadt Seehausen hüllt einen Mantel des Schweigens darüber.“

So wird die künftige Tagespflege „Am Stadtgraben“ nach der Fertigstellung am 1. Mai 2019 aussehen.

Ziebarth hingegen packt aus. „Ich kann versichern, dass es auf den von uns erworbenen Flächen keine Altlasten gibt“, sagt der Seehäuser auf AZ-Anfrage. Auf dem ersteigerten Areal mit ehemaligem Verwaltungsgebäude, Essen- und WC-Trakt sowie einem Gebäude, in dem Lebensmittel verpackt wurden, gebe es keine Altlasten. Das Umweltamt des Landkreises habe zudem eine Vor-Ort-Begehung vorgenommen und keine sichtbaren Umweltbelastungen entdeckt. Die Behörde habe zwar eine Bodenuntersuchung empfohlen, es sei aber keine Auflage gewesen. Hinzu kommen verschiedene Gründungsmaßnahmen tief ins Erdreich, bei denen keine Umweltbelastungen sowie Geruchsbelästigungen festgestellt worden seien, fügt Ziebarth hinzu. Und er weiß, dass Seehäuser auf dem einstigen Seeko-Gelände über 20 Jahre lang ihren Hausmüll in Größenordnungen entsorgt haben, der vor dem Bauvorhaben erst mal beseitigt werden musste. Den „besorgten Bürgern“, die sich zu erkennen geben sollten, bietet er Gesprächsbereitschaft an. „Vor Ort können wir uns mit dem Umweltamt unterhalten.“

Von Thomas Westermann

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